Beim Grillen auf gefährliche Brandbeschleuniger verzichten

Verbandsgemeinde Kell am See , den 16.08.2012

Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen steigen, haben Bratwurst & Co. Hochkonjunktur. Doch damit eines der liebsten Freizeitvergnügen der Deutschen auch immer ein geselliger Spaß bleibt, sollten beim Grillen einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin kommt es jährlich zu rund 4.000 Grillunfällen, davon etwa 500 mit besonders schweren Verletzungen.
Unfallursache Nummer eins beim Grillen mit Holzkohle sind Brandbeschleuniger wie Benzin und Spiritus. Wer damit sein Feuer in Gang bringen oder halten will, riskiert gefährliche Stichflammen oder Rückzündungen mit bis zu 10m langen Stichflammen.
Nachfolgend ein paar Sicherheitstipps, die beherzigt werden sollten:
- Immer sichere feste Grillanzünder verwenden. Zu erkennen sind diese am GS-Zeichen - steht für Geprüfte Sicherheit - und der DIN Nummer 66358 auf der Verpackung.
- Stets einen standsicheren Grill mit GS-Zeichen benutzen und ihn dann auch standsicher aufstellen.
- den Grill mit Abstand zu brennbaren Gegenständen im Windschatten aufstellen. Experten warnen vor dem Grillen unterm Sonnenschirm.
- zum Löschen im Fall des Falles sollten geeignete Mittel bereitstehen.
- niemals Fett mit Wasser löschen, weil es durch eine Fettexplosion zu einer Stichflamme kommen kann.
- insbesondere auf Kinder achten und für einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Grill sorgen.
- Kohle erst entsorgen, wenn sie vollständig ausgekühlt ist.
- beim Gasgrill zuvor Anschlüsse und Verbindungsschlauch prüfen.
Falls doch etwas passiert, ist das eventuell ein Fall für eine private Haftpflichtversicherung oder eine Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung.
Die private Haftpflichtversicherung springt ein, wenn Dritte oder ihr Eigentum geschädigt werden. Besonders teuer können u.a. Krankhausaufenthalt, Schmerzensgeld oder Verdienstausfall werden. Springt das Feuer etwa auf Gartenmöbel über, zahlen viele Versicherer via Hausrat, können allerdings bei grober Fahrlässigkeit die Leistungen kürzen. Auch eine private Unfallversicherung kann sinnvoll sein, denn die Krankenversicherung zahlt zwar die Behandlung nicht aber die Folgekosten bei bleibenden körperlichen Schäden.
"Wer unbekümmerten Spaß am Grillen haben will, darf nicht mit dem Feuer spielen und muss gefährliche Brandbeschleuniger wie Spiritus weglassen sowie die Sicherheitstipps berücksichtigen. 4.000 Grillunfälle jährlich sind 4.000 zuviel". sagt Michael Vieregge von den Concordia Versicherungen.
cv
Quelle: RBZ Nr. 29