52. Verbandsgemeinde-Tierschau mit optimalen Ergebnissen verlaufen

Verbandsgemeinde Kell am See , den 06.09.2012

- Zahlreiche Besucher am 27.08.2012 auf dem Tierschaugelände -
Die Verbandsgemeinde Kell am See hatte zur 52. Verbandsgemeinde-Tierschau für Montag, den 27. August 2012 eingeladen. Viele Gäste aus der gesamten Region waren der Einladung gefolgt. Ein hohes Medieninteresse mit u.a. Radio RPR und Südwestfunk interessierte sich für die einmalige Demonstration landwirtschaftlicher Viehzucht und auch Pferdezucht. Der Parlamentarische Staatssekretär des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Peter Bleser war ebenso interessierter Beobachter und Gast wie der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster, Trier, sowie die Landtagsabgeordneten Bernd Henter und Arnold Schmitt (CDU), Ingeborg Sahler-Fesel (SPD) und Stephanie Nabinger (Grüne). Für den Landkreis war der 1. Kreisbeigeordnete Dieter Schmitt, Fisch, anwesend.
Bei herrlichem, geradezu passenden Tierschau-Wetter konnte Bürgermeister Werner Angsten die zahlreichen Besucher, Gäste und Freunde der Verbandsgemeinde-Tierschau im Namen der Verbandsgemeinde herzlich willkommen heißen. Zu den Gästen zählte auch Kaplan Axel Feldmann sowie der Pastor aus Weiskirchen Joachim Haupenthal. Der Rinderzuchtverband Mittelfranken, DLR Eifel, Hochwald Thalfang, die Züchtervereinigung Trier-Wittlich, der Bauernverband Trier-Saarburg, der Pferdezuchtverband Rheinland-Saar sowie der Pferdezuchtverein Moselland-Luxemburg aber auch der Geflügelzuchtverein Trier hatten ihren Beitrag, die Verbandsgemeinde-Tierschau zu einem Schaufenster der Landwirtschaft zu machen, geleistet.
Das DRK Ortsverein Kell, die Freiwillige Feuerwehr Kell am See, die Polizeiinspektion, alle wirkten mit, damit ein reibungsloser Ablauf wegen des hohen Verkehrsaufkommens und der hohen Besucherzahl stattfinden konnte.
Ein Dank erhielt der Musikverein „Concordia“ Kell am See für die musikalische Unterhaltung und für die gewährte Gastfreundlichkeit. Die Bürgermeister der Nachbarverbandsgemeinden Hermeskeil, Michael Hülpes und Ruwer, Bernhard Busch sowie der Gemeinde Wadern, Fredi Dewald, interessierten sich ebenso für die Aktivitäten vor Ort.
Ein herzliches Dankeschön galt der Ortsgemeinde Kell am See, die sich auch finanziell an der VG-Tierschau beteiligt. Insbesondere den Gemeindearbeitern galt ein Lob für ihren Einsatz. Fachkundige Preisrichter sowohl bei der Abteilung Kühe und Rinder als auch bei der Abteilung Pferde erfolgten waren unter der veterinärpolizeilichen Aufsicht der Kreisverwaltung (Dr. Lühnenschloss) für ein gerechtes Urteil verantwortlich.
Das Ausstellungsgelände wurde umgrenzt mit einigen Ausstellern wie u.a. Hochwald Nahrungsmittelwerke Thalfang, der Holzofenbäckerei Fritzen, dem Melkcenter, dem Rinderzuchtverband Mittelfranken, dem Honigproduzenten Winfried Scherf, dem Naturpark Saar-Hunsrück und Hochwald-Ferienland e.V., dem DLR Mosel sowie den Landfrauen Saar-Obermosel-Hochwald und auch der Eifel-Rindfleisch-Absatzgemeinschaft.
Viele Familien und Kinder interessierten sich für das Rassegeflügel und die Rassekaninchen; sogar mehrere Wollschweine konnten auf dem Freigelände besichtigt werden. Bürgermeister Werner Angsten unterstrich in seinen Grußworten die Bedeutung der Tierschau.
Zu dem Hochwald-Treff, zu dem sich die VG-Tierschau in den letzten Jahren dank zahlreicher Aktivitäten entwickelt habe, seien die Tiere „herausgeputzt“ worden. Die Verbandsgemeinde wolle die Bedeutung und die Wichtigkeit der heimischen Landwirtschaft und der Viehzucht herausstellen. Der hohe Leistungsstand der Viehzucht rechtfertige es, ihn entsprechend öffentlich zu präsentieren. In der breiten Öffentlichkeit sollte das Bewusstsein für die regionale Identität geschaffen und gepflegt werden. Jährliche Leistungssteigerungen seien erkennbar. Auch der Pferdezucht gelte besondere Aufmerksamkeit.
Die Landwirte würden mit Leidenschaft ihre Arbeit auch dann erledigen, wenn viele Berufsgruppen Feierabend hätten. Das „Beste“ vom Bauern werde präsentiert. Dabei unterstrich der Bürgermeister insbesondere die Milchproduktion und die Werte davon. Die Landwirtschaft sei für den ländlichen Raum und die Verbandsgemeinde unverzichtbar. Sie stehe für die Landwirtschaft und unterstütze sie bei den verschiedensten Planungen und Aktivitäten. Die natürlichen Kräfte, so der Bürgermeister, würden am Längsten halten. Die Verbandsgemeinde sei Anwalt für die Verbraucher, aber auch für die Landwirtschaft. Motivierten Landwirten ständen auch motivierte Verbraucher gegenüber. Das Motto des Bauerntages 2011, die Landwirtschaft schaffe Werte, rief der Bürgermeister abschließend in Erinnerung. Dabei verwies er auch auf die handwerklichen Leistungen des Mitbürgers Oswald Willger, Kell am See, der mehrere Leiterwagen zu Demonstrationszwecken auf dem Gelände ausgestellt hatte.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium Peter Bleser überbrachte die Grüße der Bundesregierung. Er freute sich, dass die VG-Tierschau die einzige Tierschau sei, die sich aus kleinen Anfängen zu einer überregionalen Tierschau entwickelt habe. Dabei bedankte er sich bei der Verbandsgemeinde Kell am See, die auf Seiten der Landwirtschaft und ihrer Produkte stehe. Die regionale Identität, die mit der Nachfrage nach eigenen Produkten unterstützt werde, sei deutlich erkennbar. Ein Lob galt auch der heimischen Landwirtschaft und den Pferdezüchtern, die einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung des ländlichen Raumes leisten würden. Bleser sprach auch verschiedene, z. Zt. politisch diskutierte Themen der Landwirtschaft, der Ernährung und des Verbraucherschutzes an. Durch die Globalisierung der Weltmärkte stehen wir vor neuen Herausforderungen und enormen Chancen in den Exportländern, so Bleser. Die Wertschöpfung gelinge durch Internationalisierung und Wachstum. In Zukunft müsse noch mehr auf Regionalität und Qualität gesetzt werden. Bleser unterstrich weiterhin seinen Einsatz zur Stärkung der bäuerlichen Tierhaltung, der Regionalvermarktung und auch der Ernährungsberatung.
Der Staatssekretär wünschte der Verbandsgemeinde Kell am See weiterhin viel Erfolg bei der Unterstützung des heimischen Berufszweiges der Landwirtschaft und der mit der Landwirtschaft verwandten Wirtschaftsbereiche.
Der Landkreis Trier-Saarburg wurde durch den 1. Kreisbeigeordneten Dieter Schmitt, Fisch, vertreten. Er überbrachte die Grüße von Landrat Günther Schartz und der Kreisverwaltung. Auch er lobte die sich immer weiter und breiter entwickelte Verbandsgemeinde-Tierschau, die er gerne regelmäßig besuche und immer wieder neue Erkenntnisse erfahre. Hier treffe man viele Bürger aus dem Landkreis und aus der gesamten Region und des Saarlandes. Der Landkreis Trier-Saarburg unterstütze nachhaltig die Bestrebungen der Verbandsgemeinde, der Landwirtschaft ihren Stellenwert, der ihr gebührt, zu geben. Das Arbeiten in der Landwirtschaft gestalte sich von Jahr zu Jahr schwieriger. Umso mehr sollten unsere Blicke und unsere Aktivitäten auf die Produkte und auf die Arbeit der Landwirte gerichtet sein. Der Verbandsgemeinde sei es gelungen, viele Menschen auf das Arbeiten im ländlichen Raum aufmerksam zu machen. Er wünschte abschließend der VG-Tierschau weitere gute Jahre und bedankte sich bei den Züchtern ebenso wie bei den Pferdehaltern für ihre Arbeit im Jahresablauf.
Eine Auswahl ausgezeichneter Zuchtrinder wurde im Rinderring vorgeführt.
Frei nach dem Motto "Klasse statt Masse" stand der erfahrene Preisrichter Thorsten Blechmann trotz der geringen Auftriebszahlen vor einer nicht gerade einfachen Aufgabe. In drei Altersklassen galt es 16 Schautieren der Rasse "Deutsche Holsteins" und ihren sieben Besitzern gerecht zu werden.
Bei den jungen Kühen mit einer Abkalbung siegte die Bolivia-Tochter ZS Mascara der Zens GbR aus Musweiler. Diese entwicklungstarke Färse glänzte mit einem hervorragenden Euter und konnte sich so den Titel als Siegerin (jung) vor der typstarken Final Cut-Tochter Goldlady der Zuchtstätte Engel aus Hetzerath sichern.
Bei den mittleren Kuhklassen stellten erneut die Betriebe Zens und Engel die Siegertiere. Hier konnte die Pronto-Tochter Proma den Siegertitel der mittleren Klasse für den Betrieb Engel nach Hetzerath gewinnen. Reservesiegerin der mittleren Klasse wurde die Baxter-Tochter ZS Galaxie der Zuchtstätte Zens in Musweiler.
In der alten Kuhklasse, stellten sich insgesamt drei Tiere der Konkurrenz. Siegerin dieser Klasse und gleichzeitig „beste Euterkuh" der gesamten Schau wurde die Goldwin-Tochter Rikiera aus dem Betrieb Zehren in Kirf-Beuren. Sie setzte sich gegen die Mock-Tochter Kathi aus dem Betrieb Wehr in Körrig durch, welche für ihren Besitzer den Reservesiegertitel nach Hause holte.
Bei der Rasse Fleckvieh übernahm Werner Hauck aus Ansbach die Aufgabe des Preisrichters. Hier konkurrierten insgesamt 8 Tiere aus drei Betrieben um den Siegertitel. In der jungen Klasse siegte die Round Up-Tochter Rosie aus der Zucht von Peter Stopp aus Blieskastel. In der mittleren Kuhklasse, sicherte sich die Remark - Tochter Dorie den Sieg für die Zuchtstätte Willems & Wollscheid in Lampaden. Die Siegerin der alten Klasse, die Vanstein-Tochter Siesta, stammt aus dem Betrieb Backes in Mandern. Sie verkörperte optimal das Zuchtziel der Rasse Fleckvieh und wurde später auch zur besten Kuh dieser Abteilung gekürt.
Als Höhepunkt der Schau konkurrierten die Siegerinnen der einzelnen Klassen um den Gesamtsieg. Neben der Siegerin der Fleckviehkollektion standen drei Kühe der Rasse Deutsche Holsteins zur Wahl. Unter großem Beifall entschieden sich die beiden Preisrichter für die jüngste Kuh der gesamten Schau, die Bolivia-Tochter ZS Mascara aus dem Betrieb Stefan und Matthias Zens in Musweiler. Somit sicherte sich die Siegerin der jungen Holsteinklasse den Titel der "Miss Hochwald 2012".
Wie in jedem Jahr wurde auch eine kleine Kollektion Fleischrinder ausgestellt. Michael Hausen aus Hentern stellte zwei sehr gute Limousinkühe mit allerbesten Kälbern bei Fuß vor. Der gut entwickelte Jungbulle "Bernstein" (V.Baudelaire) rundete das Bild dieser Rasse ab.
Eine erfreuliche Entwicklung zeichnet sich bei den Pferden ab. Die Zusammenarbeit mit dem Pferdezuchtverein Moselland-Luxemburg trägt zu einer spürbaren Steigerung der Quantität und der Qualität der präsentierten Pferde bei. Den Preisrichtern Reimund Möcklinghoff und Dr. Roland Labohm wurde die Entscheidung in den einzelnen Klassen nicht leicht gemacht.
Über 40 Pferde, darunter 20 edle Warmblutstuten als Höhepunkt der Prämierungen im Pferdering, waren zu richten. Darunter waren einige Pferde, die tags zuvor noch bei der Elitestutenschau des Pferdezuchtverbands Rheinland-Pfalz-Saar in Zweibrücken angetreten waren.
Siegerstute der Verbandsgemeinde-Tierschau 2012 wurde die dreijährige Stute Fine Firenzia aus dem Besitz von Alfred Kohn, Vierherrenborn. Diese herausragende junge Stute erreichte bereits tags zuvor den zweiten Platz bei der Schau in Zweibrücken und überzeugte die Preisrichter auch in Kell am See durch ihr äußeres Erscheinungsbild aber auch mit ihren harmonischen Bewegungen gleichermaßen. Der Siegerstute nur wenig nach stand die bei den älteren Stuten erfolgreiche Trakehnerstute Distelrose aus dem Besitz von Manfred Wagner aus Irsch. Den Klassensieg bei den vierjährigen Warmblutstuten erreichte Darina de Saar aus dem Zuchtbetrieb von Alfred Kohn, Vierherrenborn. Bei den fünf- und sechsjährigen Stuten siegte Canadia von Rudolf Marx aus Kell am See.
Seit vielen Jahren werden in Kell am See hervorragende Haflinger gezeigt, die bereits bei überregionalen Schauen erfolgreich waren. Hier wurde die Verbandsprämienstute Helinda aus dem Besitz von Edgar Mai, Schillingen als beste Stute ausgezeichnet. Den Sieg bei den älteren Haflinger-Stuten erreichte Anymore von Pia und Johannes Gitzinger aus Trassem.
Eine besondere optische Attraktion sind die bunt gescheckten Araber Partbreds aus dem Stall von Edgar Mai, Schillingen. Es siegte die fünfjährige Stute Faroona.
Bei den Ponys und Reitponys trug Bahira aus dem Stall von Ulla Krause, Schillingen, den Sieg davon.
Den Klassensieg der sonstigen Rassen errang die Andalusierstute Kessy aus dem Besitz von Ulla Krause, Schillingen.