Hervorragende Tiere bei der 55. Verbandsgemeinde-Tierschau in Kell am See

Verbandsgemeinde Kell am See , den 11.09.2015

Bei strahlendem Sonnenschein fand am letzten Augusttag in Kell am See im Rahmen der Keller Kirmes die alljährliche Verbandsgemeine-Tierschau statt. Hervorragende Tiere und ein riesiger Besucherandrang machten die Schau zu einem vollen Erfolg.


Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens konnte Bürgermeister Martin Alten bei seiner Premiere als Gastgeber und Veranstalter in Kell am See begrüßen, darunter den Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster sowie die Mitglieder des rheinland-pfälzischen Landtages Ingeborg Sahler-Fesel, Bernd Henter, und Christian Baldauf. MdL Arnold Schmitt vertrat als Kreisbeigeordneter zugleich Landrat Günther Schartz. Zahlreiche Bürgermeister benachbarter Kommunen, auch aus dem Saarland, waren ebenso anwesend wie die Vertreter der landwirtschaftlichen Organisationen, darunter Manfred Zelder, Vizepräsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Anja Bösen, stellvertretende Vorsitzende und Gerhard Brenner, Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Trier-Saarburg, Dr. Norbert Wirtz, Geschäftsführer der MILAG RLP, Hans-Jürgen Sehn, stellv. Vorstand der Hochwald-Werke in Thalfang und Helmut Backes, Vors. der Züchtervereinigung Trier-Wittlich. Auch Bürgermeister a.D. Werner Angsten, langjähriger Förderer der Tierschau, weilte unter den Ehrengästen.


Bürgermeister Alten bedankte sich bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern, ohne die eine solche Großveranstaltung nicht durchführbar sei. Allen voran bedankte er sich beim DRK, Ortsverein Zerf, der Freiwilligen Feuerwehr Kell am See sowie dem Musikverein Concordia Kell am See.
Die neue rheinland-pfälzische Milchkönigin Carina Hirschen nutzte die Gelegenheit, mit ihrer Fachkenntnis und ihrer Ausstrahlung aktiv Werbung für die Milchwirtschaft zu betreiben.

Baroness vom Saargau wird neue Miss Hochwald


Michael Hausen aus Hentern zeigte fünf Tiere der Rasse Limousin. Zwei Kühe mit Kälbern bei Fuß und einen gut entwickelten Jungbullen. Der Jungbulle und eine der beiden Kühe stammen aus der bekannten Bundessiegerkuh Utopa, die auch schon im letzten Jahr in Kell am See bewundert werden konnte.


Für die Milchviehrasse Deutsche Holsteins und die Doppelnutzungsrasse Fleckvieh fand ein interessanter Richtwettbewerb satt. Dazu wurden insgesamt 29 Tiere von neun Betrieben aus den beiden Kreisen Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich und aus dem Saarland aufgetrieben. Gerichtet wurden die Fleckviehkühe von Herrn Werner Hauck vom Fleckvieh Zuchtverband in Mittelfranken, der schon viele Jahre nach Kell kommt. Preisrichter der Deutschen Holsteins war in diesem Jahr Alfred Bormann, Milchviehhalter und renomierter Züchter aus Biesdorf in der Eifel. Die beiden kommentierten ihre Entscheidungen plausibel und nachvollziehbar und gaben wichtige rassespezifische Informationen an das Publikum weiter.


Beim Fleckvieh wurden zwei Klassen gerichtet. In der Färsenklasse gewann Ramallah von Gepard vom Betrieb Willems und Wollscheid aus Lampaden vor ihrer Stallgenossin Tamara. In der Klasse der älteren Kühe konnte sich die drittkalbige Betty von Romtell gegenüber der ebenfalls drittkalbigen Uscita von Imposium durchsetzen. Auch diese beiden Kühe stammen vom Betrieb Willems und Wollscheid aus Lampaden. Aus diesen Klassen wurde eine Gesamtsiegerin der Rasse Fleckvieh ermittelt. Diesen Titel entschied Betty von Romtell vom Betrieb Willems & Wollscheid aus Lampaden für sich.


In der ersten Holsteinklasse wurden vier junge Färsen vorgestellt. Die jugendliche Lancia von Sid konnte sich mit ihrem hervorragenden Fundament vor der Bradnick-Tochter Mystery durchsetzen. Beide Färsen stammen vom Betrieb Zens aus Musweiler. In der nächsten Klasse traten fünf weitere Erstkalbskühe gegeneinander an. In dieser Klasse standen die euterstarke Enjoy von Gunnar und die typstarke Edith von Lonar, die beide von der Kapellenhof Krämer GbR aus Manderscheid stammen, an der Spitze. Danach folgte eine Klasse mit Zweitkalbskühen, welche die harmonische, feinzellige Goldwin Tochter Pepsi vom Betrieb Engel in Hetzerath vor der schicken Bicasso von Damion vom Betrieb Zehren in Kirf-Beuren für sich entscheiden konnte. Bei der Auswahl des Siegers jung traten schließen die jeweils erst- und zweitplatzierten Färsen und Zweitkalbskühe gegeneinander an. Diesen Titel konnte sich die Zuchtstätte Zens mit ihrer Sid-Tochter ZS Lancia sichern.


Die vierte und vorletzte Klasse bestand aus fünf Drittkalbskühen, an deren Spitze sich die harmonische Shottle-Tochter Baroness von Norbert Zehren aus Kirf-Beuren vor der euterstarken Raptor-Tochter HHH Lahra vom Betrieb Hemmes in Damflos durchsetzen konnte. In der letzten Klasse wurden die ältesten Tiere der Schau mit bereits fünf Kälbern gezeigt. In dieser Klasse siegte Rubin von Talent von der Kapellenhof Krämer GbR in Manderscheid dank ihrer Ausstrahlung vor der kapitalen Pronto-Tochter Proma vom Betrieb Engel in Hetzerath. Aus diesen beiden älteren Klassen ging Baroness als Siegerin alt hervor.


Für den Titel der Miss Hochwald traten letztlich drei Tiere gegeneinander an: Die Siegerin der Rasse Fleckvieh, Betty von Romtell vom Betrieb Willems & Wollscheid aus Lampaden, die Siegerin der jungen Kühe, Lancia von Sid vom Betrieb Zens aus Musweiler und die Siegerin der alten Kühe, die Shottle-Tochter Baroness vom Betrieb Zehren aus Kirf-Beuren. Die beiden Preisrichter entschieden sich für die euterstarke Baroness, die die begehrte Schärpe der „Miss Hochwald“ mit nach Hause nehmen durfte.


Eine Auszeichnung für das beste Euter der Schau erhielt die Erstkalbskuh Enjoy von Gunnar von der Betrieb Kapellenhof Krämer GbR in Manderscheid.
Auch in diesem Jahr durfte das Publikum wieder die Kuh auswählen, die ihm am besten gefiel. Der Titel der „Miss Publikum“ ging an die Fleckviehkuh Relli von Rumgo vom Betrieb Knapp aus Nohfelden.


Die Veranstaltung war wieder ein voller Erfolg und der Dank geht an alle Züchter und Beschicker für ihre Mühe Jahr für Jahr ihre Tiere nach Kell am See zu bringen, um den Besuchern die Resultate langjähriger Zuchtarbeit zu präsentieren.
Nadine Kunz und Mareike Engel, Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Beeindruckende Pferdeschau


Die 55. Verbandsgemeinde-Tierschau in Kell am See bietet alljährlich neben einer beeindruckenden Schaukollektion bei den Rindern auch eine sehr gute Schau mit Pferden verschiedener Rassen. Die Richter in diesem Jahr, die vor einer beeindruckenden Zuschauerkulisse bei bestem Sommerwetter die Pferde beurteilen konnten, waren Cornelia Götsch, die Vorsitzende des Trakehner Zuchtbezirkes Rheinland-Pfalz-Saar- Luxemburg und selbst Pferdezüchterin und Hengsthalterin und Dr. Roland Labohm von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Zuchtrichter im Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar und auch selbst Pferdezüchter.


Traditionell beginnt die Schau alljährlich mit der Vorführung von Gebrauchsponys aus dem Betrieb Krause in Schillingen: Diese stets gepflegten Kleinpferde in bestem Futterzustand zeigen, welch robuste Schulpferde den Kindern in der Umgebung von Kell zum Reiten zur Verfügung stehen. Partbred Araber und Haflinger aus dem Betrieb Mai in Schillingen bilden dann schon größere Abteilungen mit guten Zuchtstuten.


Aruen bint Kamila hieß die Siegerstute bei den Partbred Arabern, eine sechsjährige Tochter des Arabers Raven, die mit sehr schönem Typ, einem guten Körperbau und ergiebigem Bewegungsablauf die Richter zu überzeugen wusste. In der Klasse der Haflinger wurde dann die Staatsprämienstute Hera des Betriebes Mai an die Spitze gestellt. Sie war als Vierjährige die jüngste Stute der Konkurrenz, die nach dem Urteil der Richter mit tadellosem Körperbau und guten Bewegungen und als wirkliche Schönheit zu überzeugen wusste. Da die hervorragende Mutter der Hera mit Namen Helinda an zweiter Stelle der Konkurrenz lief, konnte einerseits der Zuchtfortschritt von Mutter zu Tochter begutachtet und andererseits auch festgestellt werden, dass gute Mutterstuten der Garant für beste Nachzucht sind. Besonders hoben die Richter bei den Haflingern noch die 25-jährige Stute Zilla hervor, eine Stammstute des Betriebes Mai, die sich mit fast jugendlicher Frische und hoher Qualität in Körperbau und Bewegung präsentierte, so dass ihr ebenfalls ein Ia-Preis zugesprochen wurde.


Zwei Painthorse Stuten guter Qualität, von denen die Zippos Fantastic Nell von Darinka Koppelkamm aus Hentern an die erste Stelle ihrer Klasse gesetzt wurde, komplettierten den ersten Schauteil. Zur Siegerin der Kleinpferde und besonderen Rassen wurde die Haflingerstute Hera gekürt.


Von den zahlreichen gemeldeten Warmblutstuten traten leider nur sechs zur Schau an, die aber von außergewöhnlich guter Qualität waren und das auch schon auf überregionalen Schauen unter Beweis gestellt hatten. Klein aber besonders fein lautet hier stets die Devise auf der Keller Tierschau. Bei den jungen Stuten hieß die Siegerin Ma belle Chérie aus der Zucht und im Besitz von Alfred Kohn aus Vierherrenborn. Diese Tochter des Kohn-Hengstes Monte Bellino aus der ganz zuchtbewährten Mutter Winzerin ließ keine Wünsche offen. Sie zeigte sich mit ihren erst drei Jahren langbeinig mit wunderschönem Körperbau, hervorragendem Bewegungsablauf im Schritt und Trab und dazu noch einer Gelassenheit, die ihresgleichen sucht. Ihr folgten in der Rangierung die Stute Fair Princess von Florentianer aus der Zucht von Jean Hoffman in Dudelange in Luxemburg, die sich mit ihrer Spitzenqualität nur knapp geschlagen geben musste, sowie die Celeste von Casall vom ortsansässigen Züchter Rudolf Marx aus Kell. Auch die Drittplatzierte stellte einen hervorragenden Sportpferdetyp dar. Sie wird im Springparcours noch von sich reden machen. Die ältere Klasse der Warmblutstuten konnte Fine Florentia von Florentianer, wiederum aus der Erfolgszucht von Alfred Kohn vor der schon 15jährigen Trakehnerstute Distelrose vom Jahrhundertvererber Gribaldi (Manfred Wagner, Irsch) und vor der Springstute Lucy von Lordanos aus dem Stall Marx für sich entscheiden. Auch bei diesen Stuten ließ die Qualität kaum Wünsche offen.

Ma belle Chérie wird Siegerstute


Höhepunkt der Tierschau Kell war dann die Kür der Gesamtsiegerstute.
Ma belle Chérie konnte den Titel in den Stall von Alfred Kohn nach Vierherrenborn holen, knapp gefolgt von der Haflingerstute Hera. Das so zahlreich erschienene Publikum entschädigte Hera und ihren Züchter und Besitzer Edgar May dann für den knapp entgangenen Gesamtschausieg und wählte sie zu seiner Siegerin der Pferdeschau.
Dr. Roland Labohm, Landwirtschaftskammer

Christina Tröndlin, eine in der Verbandsgemeinde Kell am See ansässige Züchterin seltener Tierrassen präsentierte zwei Großesel mit einem Fohlen. Diese Tiere sind besonders bei Kindern sehr interessant. Die Züchterin engagiert sich auch im Vorstand des neu gegründeten Deuschen Zuchtverbandes für Esel e.V. Daneben präsentierte sie auch zwei Toggenburger Ziegen.


Im Kleintierzelt wurden vom Geflügelzuchtverein Trier und Umgebung zahlreiche Rassegeflügel präsentiert. Die Züchterinnen und Züchter des Vereins, darunter auch einige Jungzüchter nutzen mit Eifer die sehr gut besuchte Schau, um für ihr interessantes Hobby zu werben.


Auch Vertreterinnen und Vertreter des Kaninchenzuchtvereins RN 54 Trierweiler präsentierten wie alljährlich ihre interessantesten Kaninchen und zeigten wie bunt die Auswahl der verschiedenen Rassen ist.


Abgerundet wurde die Tierschau durch eine Ausstellung verschiedener Produkte für die Tierzucht und Landwirtschaft sowie Stände, auf denen landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Milch und Milchprodukte, aber auch Brot und Honig sowie haltbare Wurstwaren angeboten wurden.


Verbandsgemeindeverwaltung Kell am See