Lüften - aber richtig

Verbandsgemeinde Kell am See , den 10.01.2013

Das Wohnraumlüften hat drei Ziele: die Verbessserung der Luftqualität, das Abführen von Luftfeuchtigkeit und die Regulierung der Temperatur.
Die Verbesserung der Luftqualität bedarf kaum einer Erklärung: Durch das Ausatmen wird die Luft "verbraucht". Dadurch und auch durch weitere Prozesse, wie dem Emittieren von sogenannten "flüchtigen organischen Verbindungen" aus Reinigungsmitteln, Wohntextilien, Druckern, Tabakrauch und aus der Küche und dem WC, reichert sich die Luft mit Stoffen wie CO2, dem radioaktiven Edelgas Radon, Keimen und Feinstaub an. Diese unangenehmen oder sogar gesundheitsgefährdenden Stoffen werden durch einen Luftaustausch "rausgelüftet".
Wie lüfte ich richtig?
Die Abführung von Luftfeuchtigkeit ist insbesondere wichtig, da zu hohe Luftfeuchtigkeit das Wachstum von Hausstaubmilben und Schimmelpilzsporen begünstigt, was wiederum Allergien hervorrufen kann. Hohe Luftfeuchtigkeit tritt vor allem in Küche und Bad auf, aber auch der Mensch transpiriert ungefähr 1,5 Liter Feuchtigkeit pro Tag in seine Umgebung. Luftqualität und Luftfeuchtigkeit sind für Menschen nur sehr begrenzt wahrnehmbar, sodass das Lüften häufig zu kurz kommt. Luftqualitätsfühler und Luftfeuchtmesser ("Hygrometer") können aushelfen und ans Lüften erinnern. Nicht nötig sind Hilfsmittel hingegen bei der Temperatur: Empfindet man es als zu warm, wird meist schnell das Fenster aufgerissen, da ist kein Thermometer nötig. Zusätzlich zu Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und Wohlfühltemperatur gibt es noch einen rechtlichen Grund fürs Lüften: Mieter sind in aller Regel verpflichtet, ihre Wohnräume angemessen zu lüften.
Nicht Dauerlüften .....
Also die Fenster so oft und lange wie möglich auflassen? So einfach ist es nicht. Wenn während der Heizperiode häufiger als nötig gelüftet wird, dann wird Energie verschwendet. Und nach Möglichkeit sollte nie durch das dauerhafte Kippen der Fenster gelüftet werden: Gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, dafür wird ein Großteil der aufsteigenden Warmluft des Heizkörpers ungenutzt nach außen geführt. Außerdem kühlen beim Dauerlüften die Wände der Fensternähe aus. Luftfeuchtigkeit kann dort kondensieren und es kann zu Schimmelbildung kommen.
..... sondern Stoßlüften!
Wichtig ist also, die Fenster ganz aufzumachen, dabei grundsätzlich die Heizung zu drosseln und angemessen lange zu lüften. Was ist angemessen lange? Wir empfehlen, in den Monaten Dezember bis Februar ungefähr fünf Minuten zu lüften, im März und November zehn Minuten, im April und Oktober 15 Minuten, im Mai und September 20 Minuten und in den Monaten Juni, Juli und August sollte ungefähr 30 Minuten gelüftet werden. Leichter zu merken: Je wärmer es draußen ist, desto länger muss man lüften. Die Anzahl, wie oft das Fenster geöffnet werden soll, ändert sich aber nicht: Viermal täglich ist bei Anwesenheit das Minimum. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, sollte wenigstens dreimal täglich für Durchzug sorgen ("Querlüften") und am Wochenende dann öfter lüften. Ein weiterer wichtiger Punkt: Wurden energetische Modernisierungsmaßnahmen wie Dämmungen oder ein Fensteraustausch durchgeführt, muss länger gelüftet werden, da kein Luftaustausch mehr über undichte Stellen erfolgen kann.
Quelle: Klima-sucht-Schutz.com

 

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