Bäder in guter Gesellschaft Startschuss für regionale Schwimmbadkooperation gefallen

Verbandsgemeinde Kell am See , den 10.01.2013

Eine freiwillige Kooperation konnte kurz vor Weihnachten, am 20.12.2012, mit der Gründung einer Bädergesellschaft Trier mbH im Rathaus in Kell am See mit notarieller Beurkundung durch Notar Dr. Mathias Queck, Hermeskeil erfolgreich umgesetzt werden, so Bürgermeister Werner Angsten und der Werkleiter Jörg Jost im Rahmen der Veranstaltung. Der Werksausschuss der Verbandsgemeinde habe sich am 07.12.2011 und am 30.01.2012 einschlägig mit der Thematik beschäftigt. Weitere Gespräche bei den Stadtwerken und bei den VG-Werken seien notwendig gewesen. Synergien im operativen Bereich zu realisieren, so Bürgermeister Angsten sei die Zielrichtung gewesen. Beratungs- und Personaldienstleistungen könnten im Rahmen einer Kosten- und Nutzungsregelung zu Kostensenkungen führen. Betriebsvergleiche seien immer wieder notwendig. Stärkere Anreize zum wirtschaftlichen Handeln werde in der Praxis erfolgreich zutage treten, so die Vertreter der Verbandsgemeinde.
Beteiligt seien insgesamt 8 Gesellschafter. Die Stadt Trier sowie die Stadtwerke Trier und 6 Verbandsgemeinden (Konz, Trier-Land, Saarburg, Thalfang, Kell am See, Zweckverband Freibad Ruwertal).
Bei der notariellen Beurkundung des Gesellschaftervertrages waren die jeweiligen Bürgermeister bzw. Beigeordneten bzw. Prokuristen der Stadtwerke vertreten. Die Stadtwerke halten 23 % (5.750 EUR), die beteiligten Verbandsgemeinden jeweils 2.750 EUR. Die jährliche Pauschale betrage pro Gesellschafter 6.000 EUR.
Abschließend, so die öffentlichen Vertreter der Verbandsgemeinden, würden 10 Bäder von dieser Kooperation partizipieren. Rechtliche Bedenken habe die Aufsichtsbehörde, die ADD, im Rahmen des Anzeigeverfahrens nicht geäußert. Eine Kündigung ist nach 3 Jahren möglich.
Wie hoch ist der Stromverbrauch pro Quadratmeter und Besucher? Wie hoch ist der Wassereinsatz? Wie viel Wärme wird benötigt? Ein Vergleich der relevanten Kenngrößen ist eines der ersten Projekte, das die neue Bädergesellschaft angehen möchte. Dieser Vergleich und damit die Vergleichbarkeit mit anderen Schwimmbädern in Deutschland liefert erste Ansatzpunkte, um den Badebetrieb zu optimieren und somit Kosten zu reduzieren. Um die vorhandenen personellen und betriebswirtschaftlichen Verbesserungspotenziale zu nutzen, haben die SWT Stadtwerke Trier gemeinsam mit der Stadt Trier und den Verbandsgemeinden Konz, Trier-Land, Ruwer, Saarburg, Thalfang und Kell am See eine regionale Bädergesellschaft gegründet. Durch die Zusammenarbeit können die Gesellschafter Synergien nutzen und Kosten senken. Auch eine Materialstandardisierung, gemeinsamer Einkauf oder Prozessoptimierungen im Bereich der Aufbau- und Ablauforganisation sollen zukünftig zu einer besseren Bilanz für alle Bäder sorgen. Die Gesellschaft soll zunächst mit einem Stammkapital von 25 000 Euro ausgestattet werden. Die SWT Stadtwerke Trier halten 23 Prozent dieser Einlagen, die beteiligten Kommunen jeweils elf Prozent. Die Kooperation hat keine Auswirkungen auf die Eigenständigkeit und Verantwortung der beteiligten Kommunen in den Bereichen Betriebsführung, Festsetzung der Eintrittspreise oder Personaleinsatz.
Werner Bonertz leitet das Bad an den Kaiserthermen für SWT und wird Geschäftsführer der neuen Bädergesellschaft. Er verfolgt die Idee "Bädergesellschaft" schon längere Zeit. "Zu den Aufgaben, die die Gesellschaft für die Kommunen übernehmen könnte, gehören u. a. ein gemeinsames Management, ein abgestimmtes regionales Bädermarketing oder auch die Unterstützung bei Weiterbildungsmaßnahmen", erklärt Bonertz. Mit einer jährlichen Pauschale von 6.000 Euro pro Gesellschafter sollen die laufenden Kosten gedeckt werden. "Wir gehen davon aus, dass die Einsparungen, die wir durch die Zusammenarbeit erreichen können, langfristig für jeden Gesellschafter deutlich über dieser Pauschale liegen werden", prognostiziert Bonertz. Das Beispiel Benchmark zeigt: Statt weiterhin die eigene Anlage separat zu betrachten führt allein der Vergleich der einzelnen Bäder dazu, Optimierungsmöglichkeiten zu identifizieren. Mit der neuen Bädergesellschaft stehen darüber hinaus aber auch gleich die richtigen Partner zusammen, um Lösungsoptionen zu erarbeiten. Davon sollen alle Seiten profitieren.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Bäder in guter Gesellschaft Startschuss für regionale Schwimmbadkooperation gefallen