Ohne Obstbaumschnitt keine gute Ernte

Verbandsgemeinde Kell am See , den 21.02.2013

Wer Wert auf die Ernte von qualitativ hochwertigem Obst legt, dem ist eine regelmäßige Kronenpflege der Obstbäume zu empfehlen. Die Schnittmaßnahmen richten sich außer nach den verschiedenen Obstsorten insbesondere nach dem Alter der Bäume. Junge Obstbäume brauchen zum idealen Kronenaufbau den Pflanz- und Erziehungsschnitt, während bei älteren Bäumen die Fruchholzverjüngung im Vordergrund steht.
Beim Pflanzschnitt werden 3-5 günstig stehende Seitentriebe, die so genannten Leitäste, die vom Mitteltrieb ausgehend im flachen Winkel verteilt wachsen, stehen gelassen. Alle schwachen, nach innen oder zu dicht wachsenden Triebe schneidet man auf Astring ab. Der Mittel-, auch Leittrieb genannt, wird kräftig auf eine Außenknospe eingekürzt.
Um eine flache Krone zu erhalten, überragt er die Leitäste nur um ca. 15 cm.
Der Erziehungsschnitt, der bis zum sechsten Jahr vorgenommen wird, baut auf diesen Pflanzschnitt auf. Alle nach innen wachsenden und zu dicht stehenden Äste sowie die Konkurrenztriebe werden entfernt. Nach einem Schnitt treiben in der Regel immer die obersten Knospen aus. Die erste Knospe lässt man wachsen, die anderen 2-3 sind die zu entfernenden Konkurrenztriebe. Die Leitastverlängerungen und die Stammmitte kürzt man immer etwas ein, um ein kräftiges Astgerüst zu erzielen.
Das Ziel des Obstbaumschnitts bei älteren Bäumen ist es dann, das Fruchtholz ständig zu verjüngen. Als Fruchtholz bezeichnet man Triebe mit Blütenknospen, die man gut daran erkennen kann, dass sie in der Regel dicker und rundlicher als Blattknospen sind. Als Folge des sich entwickelnden Fruchtansatzes werden die Äste dann durch das Gewicht nach unten gezogen. An dem Punkt, wo sich der Zweig nach unten neigt, wächst neues Fruchtholz an so genannten Reitern darüber und bildet ein Schattendach.
Lange nicht beschnittene Obstbäume weisen so mehrere Lagen von Fruchtholz übereinander auf. Durch jährliches Ausschneiden von altem Holz vermeidet man zu viel und schattiges Fruchtholz und verjüngt es kontinuierlich. Die Folge ist zwar ein mengenmäßig geringerer Ertrag von allerdings größeren, völlig ausgereiften Früchten.
Kernobst, wie Apfel und Birne, benötigt einen anderen Schnitt als Steinobst, zu dem die Kirschen gehören. Da Apfelbäume vorwiegend an mehrjährigem Holz fruchten, wird beim Schnitt zu altes Fruchtholz und alles nach innen stehende oder störende Holz auf jüngere Zweige abgeleitet.
Birnbäume mögen kein Einkürzen der Langtriebe, da sie gerade an den Enden dieser Zweige besonders reichlich tragen. Deswegen entfernt man zu dichte Zweige völlig.
Beim Steinobst ist eine kontinuierliche Verjüngung des Fruchtholzes nicht so wichtig wie beim Kernobst, da sich hier nicht leicht ein Schattendach bildet. Eine Ausnahme bilden die Sauerkirschen, denn sie tragen vorwiegend am einjährigen Holz Früchte. Ein starker Rückschnitt und ein kräftiges Auslichten sind die Grundlage für gutes Gedeihen.
N & G
Quelle: RBZ Nr. 4 28.01.2012

 

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