40 Jahre Jugendfeuerwehr und 85 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kell am See

Verbandsgemeinde Kell am See , den 03.05.2013

Eindrucksvoller Geburtstagsempfang im neuen Feuerwehrgerätehaus am 20.04.2013
Die älteste Jugendfeuerwehr des Landkreises Trier-Saarburg, die Jugendfeuerwehr Kell am See kann in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiern; die Freiwillige Feuerwehr feiert ihr 85-jähriges Bestehen.
Zu einem Geburtstagsempfang hatte der Wehrführer Kurt Waschbüsch gemeinsam mit dem Jugendfeuerwehrwart Sebastian Esch in das Feuerwehrhaus eingeladen.
Zahlreiche Feuerwehrkameradinnen und -kameraden aus der Verbandsgemeinde Kell am See, aus dem Landkreis, aber auch Vertreter zahlreicher örtlicher Vereine freuten sich gemeinsam mit der Feuerwehr im Rahmen des Geburtstagsempfanges im Feuerwehrgerätehaus.
Der Wehrführer Kurt Waschbüsch begrüßte auf das Herzlichste zunächst die Klarinettengruppe des Musikvereins "Concordia" Kell am See unter Leitung von Thomas Blatt (Thomas und Fabian Blatt, Melanie Wagner, Laura Becker und Silvia Engler). Waschbüsch konnte den Chef der Feuerwehr der VG, Bürgermeister Werner Angsten ebenso herzlich begrüßen wie Pastor Kai Georg Quirin und in Vertretung des Landrates, den Kreisbeigeordneten Dieter Schmitt. MdB Bernhard Kaster (CDU) war ebenso der Einladung gefolgt wie auch Ingeborg Sahler-Fesel, MdL (SPD) und Stephanie Nabinger, MdL (Bündnis 90/Die Grünen).
Die Fraktionsvorsitzenden im Verbandsgemeinderat Klaus Marx, Erwin Rommelfanger und Jens Anell waren bei dem Geburtstagsempfang ebenso zugegen wie Ortsbürgermeister Markus Lehnen mit seinem Beigeordneten Alois Reichert. Stellvertretend für die Ortsvereine der Ortsgemeinde Kell am See begrüßte Waschbüsch Dittmar Lauer, der über die Anfänge des Feuerwehrwesens im 19. Jahrhundert in der Region referierte. Dabei unterstrich der Wehrführer, das unter den Vereinen in Kell am See ein sehr harmonisches Miteinander bestehe.
Der Kreisfeuerwehrinspekteur Stefan Sihr war ebenso mit von der Partie wie das Präsidiumsmitglied des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz Frank Zühlke, Grimburg. Der Kreisjugendfeuerwehrwart Klaus Simon war der Einladung ebenso gefolgt wie der stellvertretende Kreisvorsitzende des Feuerwehrverbandes Trier-Saarburg Matthias Liesch.
Der Wehrleiter der VG Bruno Merten und sein Stellvertreter Erwin Rommelfanger, die Wehrführer und Jugendfeuerwehrwarte aus der VG Kell am See sowie aus Reinsfeld, Wadrill und Grimburg freuten sich mit der Keller Wehr, dieses schöne Geburtsdatum feiern zu können. Den Alterskameraden galt natürlich ebenso ein herzlicher Willkommensgruß wie allen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden mit ihren Partnern/-innen. Für die Jugendfeuerwehr seien 40 Jahre eine sehr lange Zeitspanne, so Waschbüsch. Er brachte in Erinnerung, wie Ferdi Heib auf ihn eingeredet habe, in der zu gründenden Jugendfeuerwehr vor 40 Jahren, Jugendwart zu werden. Dieses habe rückblickend fast immer Spaß gemacht; heute sei er froh, dass Ferdi Heib ihn vor 40 Jahren zu diesem Schritt überredet habe.
Bürgermeister Werner Angsten als Verantwortlicher der Feuerwehren in der Verbandsgemeinde Kell am See wies in seinem Grußwort auf den attraktiven Flyer, indem die Feuerwehr Kell am See zurecht selbstbewusst erklärt: "Sie habe sich in den Jahrzehnten seit ihrer Gründung zu einer einsatzkräftigen, hochmodernen und vor allen hochmotivierten Truppe entwickelt. Fuhrpark, Gerätehaus und Gerätschaften seien auf den neuesten Stand der Technik." 85 Jahre Feuerwehr Kell am See seien ein Datum an dem anzuhalten sei. Die Tradition verpflichte. Er überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Verbandsgemeinde, ihrer Organe und der Verwaltung. Gerade in den letzten Jahren seien erhebliche Investitionen durch ein gemeinsames Zusammenarbeiten des Trägers des Brandschutzwesens mit der örtlichen Wehr erfolgt. Die Freiwillige Feuerwehr Kell am See sei ein zuverlässiger Partner der Verbandsgemeinde. Sie sei kein Selbstzweck. Die staatliche und kommunale Aufgabe sie werde freiwillig und selbstlos ausgeführt. Die Gemeinschaftsaufgabe werde mit Idealismus, mit Zivilcourage und Mut für den Dienst am Bürger und in einem kameradschaftlichen Miteinander erfolgreich wahrgenommen. Dabei unterstrich er, dass ehrenamtliche Engagement. Die Bevölkerung fühle sich nicht allein gelassen und die Feuerwehr könne auch davon ausgehen, dass die Bevölkerung sie nicht alleine lasse. Dazu zähle auch die Verbandsgemeinde, die in den letzten Jahren erhebliche Investitionen für das Brandschutzwesen in der Verbandsgemeinde und konkret in der Ortsgemeinde umgesetzt habe. Durch den erfolgreich wahrgenommenen Dienst durch die Feuerwehrkameraden werden diesen Aufwendungen gerechtfertigt. Der Bürgermeister sprach vom Vorbild. Dabei zitierte Erich Kästner: "Vorbild ist ein Kompass, der sich nicht irrt und uns den Weg und Ziel weist." Die Freiwillige Feuerwehr war und ist für uns ein Vorbild.
Angsten unterstrich nicht nur die örtlichen Aufgaben, die die Feuerwehrkameraden aus der Freiwillige Feuerwehr Kell am See wahrnehmen, sondern auch kreisweit und darüber hinaus ehrenamtlich aktiv gewesen sind und tätig sind. Dabei sprach er stellvertretend den Wehrführer Kurt Waschbüsch an. Mit hohem Vertrauen ausgestattet, habe er kreisweit ein hohes Ansehen, welches sich auch auf die örtliche Wehr positiv niederschlage.
Die genau vor einem Jahr übergebene öffentliche Investition des neuen Feuerwehrgerätehauses sprach der Bürgermeister mit dem nochmaligen Dank für die durchgeführten Eigenleistungen (8.000 Stunden) an und erklärte, dass ein räumlich, funktionell, angemessen und notwendiges Gerätehaus geschaffen worden sei.
Danach sprach er die Jugendfeuerwehr mit ihrem Geburtstagsjubiläum an. Als erste Jugendfeuerwehr im Landkreis habe man damals schon kreisweit vorbildliche und vorausschauende Akzente gesetzt. Dabei galt dem damaligen Wehrführer Ferdi Heib ebenso ein Dankeschön wie für den damaligen Wehrführer der Jugendfeuerwehr Kurt Waschbüsch. Während 1973 die Jugendfeuerwehr gegründet worden ist, erfolgte 1981 in der Verbandsgemeinde die Gründung des Kreisjugendfeuerwehrverbandes, nämlich in Schillingen.
Gerade der Einsatz der Jugendfeuerwehr habe dazu geführt, dass rund 65 % der heutigen aktiven Feuerwehrkameraden aus der Jugendfeuerwehr kommen. Dort lernen sie Handlungsfähigkeit, Teamfähigkeit und soziale Kompetenz.
Die Jugendfeuerwehr sei eine Investition für die Zukunft. Gerade die demographische Entwicklung fordere noch mehr sich der jungen Generation zu zuwenden.
Kreisbeigeordneter Dieter Schmitt sprach die Weitsicht an, die die Feuerwehrkameraden in Kell am See haben. Vorausblickend habe man immer wieder Menschen begeistern können Verantwortung zu tragen. Er sprach den gesellschaftlichen Stellenwert an. Den kommunalen Gremien sei sehr wohl bewusst, was man an den Feuerwehren und der Keller Feuerwehr habe.
Ortsbürgermeister Markus Lehnen gratulierte im Namen der Bevölkerung und im Namen der Ortsgemeinde der Freiwillige Feuerwehr und auch der Jugendfeuerwehr zu ihren Jubiläen. Dabei bedankte er sich für die bisherigen erfolgreichen Tätigkeiten. In den letzten 50 Jahren hätten lediglich 3 Wehrführer der Feuerwehr vorgestanden. Der Ortsbürgermeister bedankte sich auch bei den Familien und den Partnern für die Unterstützung. Unermüdlich seien die Feuerwehrkameraden rund um die Uhr im Einsatz. Dabei galt der Dank des Ortsbürgermeisters auch für die seit 1976 gegründete AMS (Arbeitsgemeinschaft Musikverein) und früherer Spielmannszug (heute Feuerwehr). Lehnen sprach aber auch im Rahmen seines Grußwortes fordernde Worte. Nach seiner Auffassung zeige sich zunehmend eine drohende Auseinanderklaffung der Gesellschaft. Dabei zitierte er die Entwicklungen in Stadt und Land - von Zentren zu ländlichen Bereichen. Diskussionen um die Existenz und Auflösung von Verbandsgemeinden und Schulen werden zum Nachteil der Gemeinden, die keine Ober- und Mittelzentren sind, geführt. Das politische Engagement gehe zurück, Vereine würden zunehmend Schwierigkeiten bekommen.
Man solle Stolz auf die Vereinsaktivitäten sein. Abschließend bat er die politisch Verantwortlichen in Land und Landkreis darum, den Entwicklungen in den ländlichen Gebieten keine "Steine in den Weg" zu legen.
MdB Bernhard Kaster sprach in seinem Grußwort das besondere Jubiläum der Keller Feuerwehr an. Er forderte die Stärkung des Ehrenamtes, was von Kell am See ausgegangen sei, sei bemerkenswert. Auch die Aktivitäten um die Beteiligung der Jugend am Gemeinwesen unterstrich er. Speziell bedankte er sich bei Ferdi Heib und Kurt Waschbüsch, die immer wieder Impulse aus Kell am See in den Landkreis und das Land gebracht hätten.
Die Landtagsabgeordnete Sahler-Fesel (SPD) überbrachte die Grüße des Ministers. Dabei sprach sie die demographische Entwicklung und die Entwicklungen im ländlichen Raum an. Alle Kräfte müssen darauf gebündelt werden, den ländlichen Raum weiterhin attraktiv zu erhalten.
Auch die MdL Stepfanie Nabinger (Bündnis 90/ Die Grünen) sprach von vorbildlichen Aktivitäten vor Ort.
Die Gesellschaft könne nur bestehen, wenn Leute wie in Kell am See sich engagieren, so der Pastor. Auch er dankte und gratulierte.
Alois Reichert, der stellvertretende Wehrführer informierte die Gratulationsschar über die Entwicklungsjahre der Freiwillige Feuerwehr bis heute und auch später der Jugendfeuerwehr. Er sprach die zahlreichen Einsätze ebenso an, wie die Fahrzeuge und deren Beschaffungen im Fuhrpark und auch die baulichen Entwicklungen und Feuerwehrunterkünfte. So den Schafstall, der neben dem Pfarrhaus als erste Unterkunft für die Feuerwehr diente, der Umzug in das Feuerwehrgerätehaus in der Ruwerstraße (1954) bis zum Umzug in das neue Feuerwehrgerätehaus im letzten Jahr. Auch die Beschaffung des Feuerwehrfahrzeuges (20/16) im Jahre 2009 unterstrich er besonders. Der derzeitige Wehrführer ist seit 1991 im Amt.
Der Kreisfeuerwehrinspekteur Sihr gratulierte ebenso zu dem Geburtstagsjubiläum. Er sprach von einem funktionalen und zeitgemäßen Feuerwehrgerätehaus, welches zurecht die Stützpunktfeuerwehr Kell am See im letzten Jahr erhalten habe, an. Auch galt sein Dank der Jugendfeuerwehr. Immer wieder seien Feuerwehrkameraden aus Kell am See in überörtlichen Organisationen aktiv tätig gewesen.
Für die Feuerwehren in der Verbandsgemeinde gratulierte Wehrleiter Bruno Merten und bedankte sich. Die Feuerwehr sei heute eine leistungsfähige Institution mit umfangreichen Aufgaben. Die Pflichtaufgabe der Verbandsgemeinde werde von den Beschlussgremien der VG, dem Verbandsgemeinderat, so aufgefasst, dass die Feuerwehren optimal ausgestattet und eingerichtet seien. Im Rahmen der Jugendfeuerwehr sprach er auch Ferdi Heib mit seinem damaligen weitreichenden Ideen ebenso an, wie zur Zeit die Gebrüder Raimund und Thomas Lehnen, die herausragende Leistungen für die Jugendfeuerwehr und die Feuerwehrkameraden erbracht hätten.
Für den Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz überbrachte das Präsidiumsmitglied Zühlke, Grimburg die Gratulationen und die Ehrengabe.
Für den Kreisjugendfeuerwehrverband sprach der Vorsitzende Klaus Simon die Grüße und die Glückwünsche. Auch der stellvertretende Kreisvorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Matthias Liesch freute sich mit Keller Wehr an ihrem Geburtstag.
Dittmar Lauer referierte anschaulich und umfassend über die Anfänge des Feuerwehrwesens im 19. Jahrhundert in der Region. Er sprach die zahlreichen großen Brände in den Gemeinden der Region in Eifel, Mosel und Hunsrück an. Strohbedeckte Dächer seien sicherlich ebenso Gründe gewesen wie die damalige Bauweise der Wohngebäude und der Scheunen. Interessant waren seine Ausführungen was die Ausstattung der damaligen Feuerwehren anging. Die damaligen Feuerwehrordnungen wurden von ihm erläutert. Die mangelnde Wasserversorgung habe mit dazu beigetragen nicht rechtzeitig löschen zu können. Ein Großbrand in Kell am See habe besonders tragisch geendet. 5 Tote seien 1948 zu beklagen gewesen. Nach seinen Unterlagen sei bei einem Einsatz im Jahre 1878 von einer Spritze die Rede gewesen. Man könne das Jahr 1878 ansehen, indem eine organisierte Feuerwehr in Kell am See natürlich unter den damaligen Gegebenheiten gearbeitet habe. 135 Jahre Feuerwehr Kell am See sei ein Datum, so Dittmar Lauer, welches durchaus Berechtigung habe, für das Bestehen einer organisierten Keller Feuerwehr zu nennen.
Im Anschluss gratulierten die Vertreter der örtlichen Vereine zu dem Jubiläum.
Kurt Waschbüsch erinnerte nochmals an das Feuerwehrjubiläum und an die Feierlichkeiten am 4. bis 5. Mai 2013 am und im Feuerwehrgerätehaus in Kell am See.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: 40 Jahre Jugendfeuerwehr und 85 Jahre Freiwillige Feuerwehr Kell am See