Beweidungsprojekt in Greimerath offiziell in Angriff genommen

Verbandsgemeinde Kell am See , den 22.05.2013

Naturschutz durch Nutzung
Beweidungsprojekt in Greimerath offiziell in Angriff genommen
Die Realisierung des Beweidungsprojektes "Panzbruch" in der Ortsgemeinde Greimerath konnte am Montag, dem 06. Mai 2013 in Angriff genommen werden. Nachdem die Zaunanlage für das ca. 60 ha große Gelände freigestellt worden ist, wird die Weide im Mai 2013 eingerichtet. Das Weidevieh kann schließlich im Juni aufgetrieben werden.
Zum Beginn dieses für den Naturschutz herausragende Projekt hatte Bürgermeister Werner Angsten zum 1. Spatenstich (1. Hammerschlag) vor Ort eingeladen. Er freute sich, dass der Landrat Günther Schartz, Ortsbürgermeister Edmund Schmitt, Greimerath, Forstamtsleiter Helmut Lieser, der Vorsitzende des Fachbeirates für Naturschutz Ernst-Christian Walter, Saarburg, ebenso gekommen waren wie die Vertreter der Naturschutzverbände. Ein Willkommensgruß galt den Gemeinderatsmitgliedern und dem Ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Josef Leineweber. Das beauftragte Büro Hortulus GmbH, Mertesdorf, Frau Claudia Jaskowski nahm ebenso wie einige Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Greimerath an dem Eröffnungstermin teil. Kinder der Greimerather Waldjugend beobachteten aufmerksam dieses einzigartige Projekt in der Verbandsgemeinde. Während im Mai, so der Bürgermeister, die Weide geschaffen werde, komme im Juni das Weidevieh. Der Fremdenverkehrsverein Hochwald-Ferienland e.V. mit der Geschäftsführerin Walburga Meyer plant gemeinsam mit dem Verein Erholungsgebiet Hochwald zwischen Mosel und Saar e.V. fremdenverkehrsmäßige Attraktionen zu integrieren. Eine Aussichtsplattform könne die Beobachtung des Viehs besser gewährleisten. 6 km Elektrozaun würden ebenso errichtet wie 1.500 Holzpfähle. Die Gesamtkosten für die Investitionen und nichtinvestive Maßnahmen belaufen sich auf rd. 100.000 EUR. Ein Dank galt Forstamtsrat a. D. Ralf Taubert, der seit über 30 Jahren Beauftragter für den Naturschutz dieses Naturschutzgebietes Panzbruch ist, für seine Unterstützungen bei der Schaffung des Beweidungsprojektes. Durch eine Kooperation zwischen Naturschutz und Landwirtschaft seien erhebliche Kosten zu sparen. Burghard Franzen mit seiner Frau Beatrix werde sich für die Tiere verantwortlich zeigen. Biotope würden nicht nur erhalten, sondern auch mit angepasster Bewirtschaftung gepflegt. Zwischen der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeinde wurde ein Geschäftsbesorgungsvertrag geschlossen. Die Kreisverwaltung hat mit diesem Vertrag die Durchführung des Beweidungsprojektes der Verbandsgemeinde übertragen. Das Gebiet sei das größte und wertvollste Moor im Hunsrück. 1983 sei das Naturschutzgebiet ausgewiesen worden; seit 1984 pflege Forstamtsrat a. D. Taubert es zusammen mit der Waldjugend und anderen.
Das Gewässerprojekt Ruwer erfahre mit diesem Beweidungsprojekt eine Fortführung (1993 - 2004). Die Gesamtkosten würden von der EU und dem Land getragen (316.750 EUR, Land: 261.970 EUR und EU 54.780 EUR).
Die Stiftung Natur und Umwelt fördere entsprechende Maßnahmen, was die Attraktivität der Umweltbildung etc. angehe mit 80 %. 1,5 km der Traumschleife "Greimerather Höhenweg" würden unmittelbar an dem Projekt vorbeilaufen.
Landrat Günther Schartz informierte, dass das Gebiet Panzbruch im Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes Ruwer des Bundes liege. Seit 2005 sei der Panzbruch Bestandteil des Flora - Fauna - Habitat (FFH) - Gebietes "Ruwer und Seitentäler" des Europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000. Erkennbar weisen die Bereiche zunehmende Verbuschung trotz bisheriger Pflegemaßnahmen auf. Der Konzeption liege die Überlegung zugrunde, sicherzustellen, dass einerseits eine landwirtschaftliche Nutzung möglich ist und anderseits die Vielfalt und Attraktivität des Gebietes gerade durch die Beweidung noch erhöht wird. Die Untere Naturschutzverwaltung habe einen Projektantrag aus Mitteln der Ersatzzahlungen für nicht kompensierbare Eingriffe gestellt; hier seien in 2010 91.500 bewilligt worden. Durch die auf der Gemarkung Greimerath stattfindende Flurbereinigung konnte durch das DLR die Flächenverfügbarkeit hergestellt werden. Projektträger sei die Untere Naturschutzbehörde, in deren Auftrag die Verbandsgemeinde Kell am See über einen Geschäftsbesorgungsvertrag die Maßnahmendurchführung übernommen habe. Der Verbandsgemeinde werden auch die Grundstücke übereignet. Für die Beweidung seien Taurus-Rinder vorgesehen. Der Panzbruch, so der Landrat abschließend, sei einer der sog. Ökopools, der im Kreisgebiet im Sinne des Naturschutzes eine besondere Förderung genieße. "Wir wollen das Gebiet erlebbar machen", so der Landrat abschließend.
Claudia Jaskowski als Geschäftsführerin von Hortulus GmbH, Mertesdorf, informiete, dass der größte Teil der Gelder für den Flächenankauf notwendig gewesen sei. Mit der Ausführungsplanung sei ihr Büro beauftragt. Am 13.05.2013 werde mit dem Zaunbau begonnen. Im Sommer sollen zwei Unterstände errichtet werden. Auch denke sie an die Aufwertung für den regionalen Tourismus. Durch den mosaikartigen Wechsel feuchter, frischer und trockener Standorte sei das Gebiet für den Naturschutz von besonderer Bedeutung. Als Grenzertragsstandort für die Landwirtschaft sei die Bewirtschaftung der feuchten Wiesen und Weiden vor Jahrzehnten aufgegeben worden.
Ortsbürgermeister Edmund Schmitt begrüßte im Namen der Ortsgemeinde Greimerath die Gäste. Er hob sehr positiv das Beweidungsprojekt hervor; richtig sei, dass die Natur und der Fremdenverkehr von dieser Einrichtung profitieren. Man könne von einer gelungenen Maßnahme sprechen. Ein Dank erhielten alle Beteiligten.
Forstamtsrat a. D. Ralf Taubert sprach verschiedene Details an und informierte über das weitere Vorgehen. Er werde das Projekt als Beauftragter für Naturschutz aktiv begleiten.

 

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