Zehn goldene Regeln für das Heizen mit Holz

Verbandsgemeinde Kell am See , den 11.12.2013

Voraussetzung für das Heizen mit Holz ist ein geeigneter Holzofen, der vor der ersten Benutzung schonend trockengefeuert wurde. Die nachfolgenden zehn Grundregeln helfen, dann beim Heizen mit Holz die Umwelt, die Gesundheit und den nachbarschaftlichen Frieden nicht zu gefährden.
1.) Wärmebedarf ermitteln
Vor der Anschaffung von Kaminen, Kaminen, Kaminöfen aber auch anderen Holzverfeuerungsstätten ist unbedingt der Wärmebedarf des betreffenden Raums durch den Schornsteinfeger oder einen anderen Fachmann zu ermitteln, damit der Ofen entsprechend dem ermittelten Wärmebedarf ausgelegt wird. Oftmals werden Einzelfeuerungsstätten (zum Teil deutlich) überdimensioniert installiert. Deshalb werden i.d.R. nicht im Volllast betrieben, was sich negativ auf die Emissionen auswirkt.
Zum Verbrennen ausschließlich naturbelassenes lufttrockenes Holz mit anhaftender Rinde benutzen (Restfeuchte maximal 5 - 20 %). Nur so wird eine schadstoffarme Feuerung und optimale Energieausbeute erreicht. Zugelassen sind auch Presslinge aus Holzspäne oder Sägemehl ohne Bindermittel (so genannte Pellets), die durch die Verdichtung beim Pressen einen ähnlichen Heizwert aufweisen wie Braunkohlebriketts. Beim Kauf ofenfertigen Brennholzes sollte man sich den Feuchtegehalt bestätigen lassen bzw. messen.
2.) Keine Abfälle verbrennen
Abfälle, auch Briketts aus Altpapier, sind tabu. Sie belasten die Umwelt und zu allererst die Luft der eigenen Innenräume. Bei beschichteten, lackierten oder verleimten Hölzern und Spanplatten können unter ungünstigen Umständen bei der Verbrennung sogar schädliche Stoffe (Dioxine) entstehen.
3.) Richtig anfeuern
Zum Anfeuern möglichst dünne Hölzer zellartig aufschichten und mit wenig Zeitung bzw. fertigen Holzanzündern entflammen. Härtere und dichtere Hölzer haben eine höhere Zündtemperatur als Weichhölzer. Zum Anfeuern sollte daher Nadelhölzer verwendet werden. Niemals Benzin, Spiritus oder ähnliches verwenden (Explosionsgefahr).
4.) Bedienungsanleitung beachten
Beim Heizen die Bedienungsanleitung beachten. Holz sollte mit möglicht heißer Brennkammer mit stets ausreichender Luftzufuhr verbrannt werden. Zu wenig Sauerstoff verschlechtert die Verbrennungsqualität, und Luftüberschuss schickt zuviel Wärme durch den Schornstein. Der Zustand der Sichtscheiben ist ein wichtiger Indikator für die Verbrennungsqualität. Schwarzer Rußbelag und braunes Kondensat deuten auf zu geringere Verbrennungstemperatur oder zu feuchtes Holz hin. Sichtbarer, dunkler Rauch aus dem Schornstein hat die gleichen Ursachen. Sind die Sichtscheiben allenfalls wenig verrußt, die Schamotteverkleidung im Ofen hell verfärbt und die Holzasche fein, weiß und sehr leicht, ist die Verbrennung in Ordnung.
5.) Den Ofen richtig befüllen
Auch zu wenig Holz in der Brennkammer lässt deren Innentemperatur und damit die Verbrennungsqualität sinken. Optimale Verbrennung wird bei voller Auslastung erreicht, dies bedeutet jedoch nicht, den Ofen randvoll zu füllen. Wer einen Ofen mit Bachfach besitzt, kann dort ein Bachfachthermometer (kein anderes) verwenden und damit recht gut die Temperaturverläufe und damit die Güte des Holzbrandes überwachen.
6.) Luftzufuhr nicht vorzeitig abdrehen
Niemals sollte man dem Ofen Luftzufuhr vorzeitig abdrehen, etwa vor dem Schlafengehen, um die Glut länger zu halten. Das erzielt eine rapide Verschlechterung der Verbrennung und mehr Aufwand für das Putzen. Das gleiche gilt für Hausmittel, wie das Einwickeln von Briketts mit feuchter Zeitung, was nichts anderes erzeugt als einen ungesunden Schwelbrand.
7.) Wärmeverlust vermeiden
Wenn die Holzfüllung vollständig durchgebrannt ist, sollte die Luftklappe geschlossen werden, um Wärmeverluste durch den Naturzug des Schornsteins und ein zu rasches Auskühlen der heißen Brennkammer zu vermeiden.
8.) Den Ofen sauber halten
Den Ofen sollte man stets innen und außen sauber halten. Einen Innenreinigung der Züge ist nach Anweisung des Herstellers, mindestens jedoch einmal jährlich durchzuführen. Ruß behindert die Wärmeabgabe, und damit sinkt der Wirkungsgrad zum Teil um mehr als 10 % ab. Bei Grundöfen könnte sich die Züge mit Ruß zusetzen, und das kann unter Umständen einen Ofenbrand auslösen. Das Sauberhalten der Außenflächen verhindert das Verschwelen von Staub und das Einbrennen von Schmutzteilchen in eine eventuell vorhandene Emaillierung.
9.) Das Holz richtig lagern
Ein luftiger, vor Regen geschützter Lagerplatz, der gut besonnt ist, sorgt für optimale Trocknung des Brennholzes. Kellerräume oder schlecht belüftete Garagen sind ebenso wenig geeignet wie eine "Verpackung" des Holzes in Plastikfolie. Das Holz sollte noch vor dem Einlagern ofenfertig gesägt und gespalten werden (ca. 10 cm Durchmesser), so trocknet es am schnellsten. Die anschließende Lagerzeit dauert 1,5 bis 3 Jahre. Dabei trocknen Nadelhölzer am schnellsten, Eiche am langsamsten. Günstig ist es auch, das Brennholz vor dem Verfeuern in der am Ofen vorgesehenen Lagernische vorzutrocknen.
10.) Vorsicht bei der Holzbearbeitung
Bei allen Arbeiten am und mit dem Brennholz gilt, es die eigene körperliche Leistungsfähigkeit und das "technische Know-how" zu beachten. Im Interesse der eigenen Sicherheit stets ausgeruht und voll konzentriert vorgehen. Bei der Selbstwerbung des Brennholzes im Wald besteht für ungeübte Kräfte eine hohe Unfallgefahr. Bundesweit passieren allein im Privat- und Kommunalwald mehr als 10.000 Unfälle. Die Rate der tödlichen Verletzungen, bezogen auf 1.000 gemeldete Unfälle bei der Waldarbeit, ist drei Mal so hoch wie bei den gefährlichsten Arbeiten, den Bauarbeiten. Um Gefährdungen beim Einsatz der Motorsägen zu vermindern, ist eine persönliche Schutzausrüstung unerlässlich. Diese besteht aus einen Schutzhelm, Gehör- und Gesichtsschutz, Schutzhandschuhen, Schnittschutzhose und Sicherheitsstiefel mit Schnittschutzeinlage. Je nach Arbeitseinsatz kann weitere Schutzkleidung (wie Schnittschutzjacke) erforderlich sein.
Die auszuführenden Arbeiten sollten niemals alleine verrichtet werden, damit bei einem Unfall ggf. schnelle Hilfe ermöglicht wird. Ungeübte Kräfte sollte die Arbeiten generell dazu ausgebildeten Fachkräften überlassen.
Um den sicheren Umgang mit der Motorsäge zu erlernen, bieten die Landesforstverwaltungen der Länder bzw. auch die Waldbauvereine entsprechende Schulungen an. Informationen zum Motorsägeneinsatz sind auch beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (www.kwf-online.de) erhältlich
BMELV (Quelle: aid infodienst)