54. Verbandsgemeinde-Tierschau in Kell am See überaus gut besucht

Verbandsgemeinde Kell am See , den 08.09.2014

- Wertvolle Tiere wurden den Preisrichtern und dem Publikum präsentiert -
Unter fachkundiger Leitung und unter der Trägerschaft der Verbandsgemeinde Kell am See fand die diesjährige Verbandsgemeinde-Tierschau unter großer Beteiligung der Bevölkerung und des Fachpublikums statt. Mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher verfolgten das Richten sowohl der Rinder als auch der Pferde. Das Kleintierzelt mit Federvieh und Kaninchen zog viele Familien mit Kindern an. Auch konnten sich wieder einige mit der Landwirtschaft verwandte Anbieter mit ihren Produkten präsentieren.

Für die Verbandsgemeinde Kell am See überbrachte Bürgermeister Werner Angsten die Grußworte. Dabei bedankte er sich bei den Züchtern sowie bei dem Organisationskomitee und auch den Preisrichtern für die Unterstützungen.

Zu der Veranstaltung hieß er wiederum zahlreiche Politiker sowie Verbandsvertreter herzlich willkommen. Ein ganz besonderer Willkommensgruß erhielt die 2. Rheinland-Pfälzische Milchkönigin Vera Schückler aus Rockenhausen (Donnersberg Kreis). Der Landrat wurde durch MdL Arnold Schmitt vertreten. Weitere Landtagsabgeordneten waren Ingeborg Sahler-Fesel sowie Bernd Henter. Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau Michael Horper interessierte sich ebenso wie sein Kollege Manfred Zelder als Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Bernkastel-Wittlich über die präsentierten züchterischen Leistungen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hochwald Milch eG Hans-Jürgen Sehn war natürlich ebenso wiederum präsent wie auch von der Landwirtschaftskammer Trier Frau Gertrud Werner mit zwei Mitarbeiterinnen. Der Vorsitzende der Züchtervereinigung Trier-Wittlich, Helmut Backes, Mandern, seit über 40 Jahren aktiv die Tierschau unterstützend, war ebenso vor Ort wie Hermann Schmalen von der Rinderunion West. Der Kreisgeschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes Trier-Saarburg Gerhard Brenner konnte ebenso wie der 2. Vorsitzende des Pferdezuchtvereins Moselland-Luxemburg, Jürgen Johann sich vor Ort von den hervorragenden Leistungen der Landwirtschaft überzeugen.

Auch der stellvertretende Chefredakteur des Trierischen Volksfreundes Damian Schwickerath verfolgte aufmerksam das Geschehen.

Nach Bürgermeister Werner Angsten habe die Leistungsschau wiederum qualitativ hervorragende züchterische Leistungen präsentiert. Der Gesamteindruck der Tiere und ihrer Ausstrahlung seien im Lande Rheinland-Pfalz einmalig. Er bedankte sich bei den Landwirten für ihre gezeigte Ausdauer und ihre Beständigkeit. Dabei nahm er Bezug auf die in den letzten Monaten bestehende Wettersituation. Die schlechten Marktpreise und die Tatsache, dass noch Getreide nicht eingebracht sei, belaste die Bauern. Als Gemeinschaftserlebnis zwischen Landwirtschaft und Besuchern bezeichnete er die Tierschau. Das sog. Wir-Gefühl werde deutlich. Hier könne von einer regionalen Identität gesprochen werden. Man wolle das Bewusstsein für die Landwirtschaft und deren Produkte fördern. Die Landwirtschaft zeige sich von ihrer besten Seite. Die Verbandsgemeinde sei der Anwalt sowohl für die Verbraucher als auch für die Landwirte. Auch das während der Tierschau oftmals gesuchte Gespräch mit Züchtern, Landwirten, Preisrichtern konnte erfolgreich stattfinden. Die züchterischen Interessen fanden rege Unterstützung. Die natürlichen Kräfte, so der Bürgermeister, währen am längsten. Die Landwirte seien heute Nahrungsmittellieferanten, Rohstoffproduzenten und auch Energielieferanten. Die Landwirtschaft sei im Übrigen unverzichtbar für die Landespflege und die Landeskultur. "Aus der Region für die Region", so arbeite die heimische Landwirtschaft. Der Landwirt müsse heute für Qualität, Flexibilität, Regionalität einstehen.

In Vertretung des Landrates sprach MdL Arnold Schmitt Gruß- und Dankesworte. Er lobte die Existenz der Verbandsgemeinde-Tierschau und die Arbeit der Landwirtschaft vor Ort. Dabei sprach er Dankesworte in Richtung Bürgermeister Angsten, der seit Jahren die Tierschau immer wieder mit steigendem Niveau im Hochwaldraum präsentiere. Diese Schau sei im Lande Rheinland-Pfalz einmalig.

Die Milchkönigin Vera Schückler sprach ebenso Dankesworte. Sie sei wie im letzten Jahr auch in diesem Jahr sehr gerne nach Kell am See gekommen. Hier würden züchterische Leistungen geboten, die landesweit Ihresgleichen suchen. Die Milchkönigin konnte fleißig Autogramme und Souvenirs für die Kinder verteilen. Eine hervorragende Repräsentantin für die Landwirtschaft, aber auch für die Produkte.

Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz händigte Bürgermeister Werner Angsten den Ehrenteller der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz als besonderes Zeichen des Dankes und in Anerkennung seiner besonderen Verdienste zum Wohle der Landwirtschaft in der Region Trier aus.

Ebenso gratulierte und dankte der Pferdezuchtverein Moselland-Luxemburg dem Bürgermeister für seinen Einsatz für die Landwirtschaft im Hochwald.

Für die Züchtervereinigung Trier-Wittlich sprach der Vorsitzende Helmut Backes, Mandern, ebenso dem Bürgermeister für die langjährigen guten Kontakte aber auch insbesondere für die Aufrechterhaltung der wertvollen Verbandsgemeinde-Tierschau Dank und Anerkennung aus. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich ein Bürgermeister mit diesen wichtigen Themen beschäftige. Er wünschte, ebenso wie seine Vorredner, dass die Verbandsgemeinde-Tierschau noch viele Jahre und Jahrzehnte ein fester Bestandteil der Großveranstaltungen der Verbandsgemeinde bleiben wird.

Für die Bewirtung zeichnete der Musikverein "Concordia" Kell am See ebenso verantwortlich wie für die musikalischen Beiträge. Ein verlässlicher Partner, so der Bürgermeister abschließend, stelle der Musikverein dar.

Rinderprämierung

In der Abteilung Rinder gab es für die Zuschauer auch in diesem Jahr eine Vielfalt an Rinderrassen zu bestaunen.

In der Abteilung Fleischrinder brachten zwei Betriebe ihre Tiere verschiedener Rassen mit. Michael Hausen aus Hentern brachte vier Tiere der Rasse Limousin. Was seine Kollektion besonders interessant machte, war dass er eine ältere Kuh mit drei ihrer vier Nachkommen präsentierte. Die zweite Fleischrinderrasse, die präsentiert wurde, war das Glanrind. Von dieser Rasse brachte Markus Linn aus Hinzert-Pölert drei Tiere, eine Kuh mit Kalb und ein Jungrind.

Einen Richtwettbewerb gab es auch in diesem Jahr für die Milchrasse Deutsche Holsteins und die Doppelnutzungsrasse Fleckvieh. Dazu wurden insgesamt 29 Tiere von neun Betrieben aus den Kreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und aus dem Saarland aufgetrieben. Gerichtet wurden die Fleckvieh Kühe von Herrn Werner Hauck vom Fleckvieh Zuchtverband in Mittelfranken, der schon viele Jahre nach Kell kommt. Preisrichter bei den Deutschen Holstein war in diesem Jahr Christian Bange, Milchviehhalter und renomierter Züchter aus Seibersbach. Die beiden kommentierten ihre Entscheidungen plausibel und nachvollziehbar und gaben wichtige rassespezifische Informationen an das Publikum weiter.

Beim Fleckvieh wurden die Tiere in zwei Klassen eingeteilt. In der Klasse der jungen Tiere mit einer Abkalbung gewann die Färse Bambi von Weintor vom Betrieb Peter Stopp aus Blieskastel. In der Klasse der älteren Fleckvieh Kühe mit zwei oder mehr Abkalbungen gewann die Romtell Tochter Betty vom Betrieb Willems & Wollscheid aus Lampaden vor der etwas jüngeren Vanstein Tochter Baldi von Fam. Backes aus Mandern.
Aus diesen Klassen wurde eine Gesamtsiegerin der Rasse Fleckvieh ermittelt. Diesen Titel entschied Betty von Romtell vom Betrieb Willems & Wollscheid aus Lampaden für sich.

Die Holstein Kühe wurden in fünf Altersklassen vorgestellt. In der ersten Klasse mit den jüngsten Färsen der Schau konnte sich die typstarke Nschotschi von Windbrook mit glasklaren Fundamenten vor Ilma von Goldwin, beides Tiere vom Betrieb Zens in Musweiler, durchsetzen. In der zweiten Färsenklasse gewann die sehr komplette und korrekte Racey von Jetlag aus dem Betrieb Zehren aus Kirf-Beuren gefolgt von der ebenfalls fehlerfreien sehr soliden rotbunten Logo PP Tochter Wally vom Betrieb Zelder aus Wittlich.
Die dritte Klasse bestand aus jungen Kühen mit zwei Kälbern. Hier gewann die sehr milchbetonte und euterstarke RZB Indira von Alexander von der Niederrhein-Eifel-Connection vor der Mr. Mago Tochter Lisa von Willems & Wollscheid aus Lampaden.

In der vierten Klasse, die aus Drittkalbskühen bestand, konnte sich die Malvoy Tochter Silke von der Kapellenhof Krämer GbR, aufgrund ihres hervorragenden Euters vor der körperstarken Favourite von WLH Maximus vom Betrieb Engel aus Hetzerath beweisen. In der ältesten Klasse, in der Tiere mit vier, fünf und sogar sechs Kälbern gezeigt wurden, siegte die H-Tom Tochter Emeli vom Betrieb Hemmes aus Damflos, aufgrund von etwas mehr Größe und dem etwas breiteren Hintereuter vor der ebenfalls sehr korrekten Talent Tochter Rubin vom Betrieb Krämer aus Manderscheid.

Schließlich wurde aus den fünf Klassen jeweils eine Siegerin und Reservesiegerin jung und alt ausgewählt. Bei den jungen Tieren ging der Titel der Reservesiegerin jung an RZB Indira von der Niederrhein-Eifel-Connection, den Titel Siegerin jung erhielt jedoch die jüngste Färse der gesamten Schau, die Windbrook Tochter Nschotschi aus dem Betrieb Zens. Bei den älteren Tieren ging der Titel der Reservesiegerin alt an Favourite vom Betrieb Engel aus Hetzerath und den Titel der Siegerin alt sicherte sich die rotbunte Malvoy Tochter Silke von der Kapellenhof Krämer GbR in Manderscheid. Diese wurde außerdem, aufgrund ihres unheimlich drüsigen und fest aufgehängten Euters, zur besten Euterkuh der Schau gewählt.
Letztlich wurde aus den drei Siegertieren, Fleckvieh gesamt, Holstein jung und alt eines ausgewählt, welches den Titel Miss Hochwald tragen darf und somit als Gesamtsiegerin der Schau gilt. Diesen Titel und somit die begehrte Scherpe der Miss Hochwald holte die Siegerin Holstein alt und beste Euterkuh Silke von Malvoy mit nach Manderscheid. Außdem gab es auch in diesem Jahr wieder eine Wahl zur Miss Publikum. Die Besucher der Veranstaltung durften hier selbst wählen welches Tier ihnen am besten gefiel. Diesen Titel erzielte die Siegerin der ältesten Klasse Emeli von H-Tom vom Betrieb Hemmes aus Damflos.

Pferdeprämierung
Über 30 Pferde verschiedenster Rassen stellten sich den kritischen Augen der Preisrichter Dr. Roland Labohm aus Halsenbach und Gerhard Brengel aus Gersheim.
Die Vorzüge einzelner Rassen für den Hobbypferdehalter erläuterten die Preisrichter für die Rassen Tinker, Andalusier und Fjordpferde.
Aus dem Stall von Ulla Krause, Hargartenhof Mandern wurde eine Kollektion Reitponys vorgestellt.
Prämierungen erfolgten bei den Rassen Arabisches Partbred, Haflinger und Warmblut.
Edgar Mai aus Schillingen präsentierte 4 Stuten der Partbreds. Hinzu kam ein American Quarterhorse, das Frank Rohde aus Kasel vorstellte. Die Sieg in dieser Klasse errang die Stute Nr. 11, Aruen bint Kamila von Edgar Mai.
Insgesamt 6 Haflingerstuten, darunter mehrere vom Zuchtverband ausgezeichnete Stuten stellten die Preisrichter vor eine schwierige Aufgabe. Die fünfjährige Mirabella, Kat.Nr. 15, wusste die Preisrichter zu überzeugen. Auch das Publikum war von der Stute mit der auffälligen Mähne so angetan, dass Mirabella auch den Publikumspreis erhielt.
14 edle Warmblutstuten stellten die Mitglieder des Pferdezuchtvereins Moselland-Luxemburg in insgesamt 3 Klassen vor. Darunter waren zahlreiche Verbandsprämienstuten am Start, die bei anderen Stutenschauen ebenfalls ausgezeichnet worden waren.
Eindeutige Siegerin und damit Gewinnerin des Hauptpreises der Stutenschau wurde die Kat.Nr. 22, Firina, aus dem Besitz von Andreas von der Lahr aus Osburg. Diese Stute präsentierte sich in Höchstform und bestätigte damit ihren Erfolg vom Vortag, als sie in Zweibrücken die Elite-Stutenschau des Zuchtverbands ebenfalls für sich entscheiden konnte.

Die Schau bestätigte wieder einmal das hohe züchterische Niveau, das die heimischen Pferdehalter inzwischen zu den landesweit führenden Zuchtbetrieben aufsteigen ließ.