70 Jahre Frieden

Verbandsgemeinde Kell am See , den 27.02.2015

Lampadia - "70 Jahre Frieden"
70 Jahre leben die Menschen in Deutschland nun im Frieden. Nur die Ältesten können sich an das Leid eines Krieges erinnern. Für alle anderen ist Krieg etwas, was im Fernsehen läuft. Niemand braucht Angst zu haben. Keine zerstörten Seelen mehr durch unsagbares Leid - zum großen Glück für uns alle.
Vor 70 Jahren kam der Krieg zu uns in den Hochwald. Die Amerikaner rückten Ende Februar 1945 von der Saar kommend vor und besetzten die westlichen Ruwerdörfer.
Die 94. Division der Amerikaner war durch die Gefechte am Westwall und bei der Überquerung der Saar erschöpft. Zudem waren in der Gefechtslinie Oberzerf bis Ollmuth große Löcher entstanden. Der Nachschub ließ auf sich warten.
Auf persönlichem Befehl von Adolf Hitler haben die deutschen Truppen der 6. SS-Gebirgsjäger Division "Nord" am 6. März diese Löcher für den großen Gegenangriff genutzt.
Doch die Strategie der Deutschen war militärisch aussichtslos und menschlich katastrophal.
Die Kämpfe bis zum 8. März forderten Hunderte von toten Soldaten auf beiden Seiten des Schlachtfeldes des "Lampaden Ridge", wie die Amerikaner das Kampfgebiet nannten.
Anlässlich dieser kriegerischen Ereignisse zwischen Einheiten der Deutschen und Amerikaner findet in Lampaden vom 1. bis 8. März eine Ausstellung mit Begleitprogramm statt.
Die Woche startet am kommenden Sonntag mit einem Friedensgottesdienst. Daran anschließend wird am Denkmal neben der Kirche der Toten und Vermissten der Weltkriege gedacht. Die Schicksale dieser Menschen werden in Erinnerung gerufen.
Gegen 11.00 Uhr wird die Ausstellung im Gemeindehaus eröffnet. Originalbilder, Videos, Tonaufnahmen und Dokumente aus dieser Zeit und den Jahren des Nationalsozialismus werden gezeigt. Zu der Sammlung gehören ebenfalls archäologische Bodenfunde aus der Region sowie völlig ausgerüstete Soldaten und Waffen beider Kriegsparteien.
An zwei Abenden findet eine Multimediapräsentation statt.
Die erste behandelt Ereignisse im Dorf Lampaden und den politischen Wandel des Dorfes in der Zeit von 1933 - 44.
In der zweiten Präsentation werden die Kriegsgeschehnisse in der Umgebung im Februar und März 1945, sowie der Wiederaufbau des Dorfes beschrieben. Eingebettet in diese Informationen sind Zeitzeugenberichte der Menschen, die das Geschehen miterlebt haben.
Zum Abschluss der Woche finden Führungen zu den Orten der Geschehen statt. Es wird veranschaulicht, wie Vorstöße, Gegenstöße und Kampfhandlungen verlaufen sind. Hier wird um Anmeldung unter lampadia-team@gmx.de gebeten. Während der Ausstellungswoche kann man sich dazu auch in Listen eintragen.
Die Menschen im Hochwald sind herzlich eingeladen, nach Lampaden zu kommen und sich diesen bedrückenden Teil unserer Geschichte anzusehen und zu erspüren.
Das ausrichtende LampaDIA-Team hält die Lampadener Geschichte seit vielen Jahren in Form von Fotos und Video-Erzählungen fest. Ergänzt wird das Team von zwei niederländischen Archäologiestudenten, welche seit sieben Jahren zu den Kriegshandlungen des 2. Weltkrieges in der Region Saar-Hochwald Forschung betreiben.
Die Veranstalter möchten klarstellen, dass die Darstellung von Kriegshandlungen und die Präsentation von Waffen in der Ausstellung nicht als Begeisterung für Krieg oder die Nazizeit missverstanden werden darf. Die Macher dieser Ausstellung distanzieren sich ausdrücklich von Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit jeglicher Art.
Wer diese Ausstellung besucht, wird feststellen, dass Krieg alles andere als begeisternd ist.

 

Programm "70 Jahre Frieden - Kämpfe um Lampaden und Umgebung"
Sonntag, 01.03. - Sonntag, 08.03.2015
Sonntag, 01.03.2015
09.30 Uhr gestalteter Gottesdienst,
anschließend Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal
11.00 Uhr Eröffnung der Ausstellung mit Videovorträgen
Ab 15.00 Uhr Kaffee und Kuchen
17.30 Uhr 1. Teil von Multimediapräsentation "Lampaden 1932-1944 (Ein Dorf im Nationalsozialismus)"
Dienstag, 03.03.2015
18.00 Uhr 2. Teil von Multimediapräsentation "Die Kampfhandlungen" (Vormarsch der Amerikaner und Gegenangriff der Deutschen in Lampaden und den umliegenden Gemeinden)
Samstag, 07.03.2015
Fahrt und Wanderung zu Kriegsschauplätzen
Abfahrt um 10.00 Uhr und 14.00 Uhr vor dem Gemeindehaus
Wir bitten um Voranmeldung per ausgehangener Liste in den Ausstellungsräumen oder per E-Mail an lampadia@gmx.de
Sonntag, 08.03.2015
10.00 -
15.00 Uhr Ende der Ausstellung
An diesen und allen anderen Tagen ist die Ausstellung jeweils von Montag bis Freitag, 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr
Samstags, 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
geöffnet und es erfolgen dauerhaft Video- und Fotopräsentationen zur Thematik.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: 70 Jahre Frieden