Herbstzeit - Kartoffelzeit

Verbandsgemeinde Kell am See , den 10.10.2014

Auftaktveranstaltung zu den diesjährigen Hochwälder Kartoffeltagen war zugleich die Jubiläumsveranstaltung zu den 20. Hochwälder Kartoffeltagen (11.10. - 26.10.2014) in Kell am See

Auch wenn der Herbst sich in seinen ersten Tagen in diesem Jahr noch sehr sommerlich zeigte, wurde er am 3. Oktober kulinarisch bereits mit der Auftaktveranstaltung zu den diesjährigen Hochwälder Kartoffeltagen im Hotel Zur Post in Kell am See angekündigt, denn eingesessene Hochwälder wissen es längst - der Herbst ist die Zeit, in der die Kartoffel, ein in der Vergangenheit oft zu Unrecht gescholtenes Nahrungsmittel, seine Glanzzeit hat. So war es denn auch nicht verwunderlich, dass sich am 3. Oktober zahlreiche Kartoffelfans in Kell am See einfanden, um den goldenen Herbst mit seiner Jubiläumsveranstaltung zu den 20. Hochwälder Kartoffeltagen zu genießen und sich auf die anstehenden kulinarischen Tage einzustimmen. Bei fast sommerlich anmutenden Temperaturen herrschte den ganzen Tag über ein buntes Treiben rund um das Hotel Zur Post in Kell am See, denn ein Markt mit den vielfältigsten Produkten aus der Region weckte das Interesse der Besucher, bevor um 16.00 Uhr der offizielle Auftakt der diesjährigen Kartoffeltage durch das Trommler-Quartett Ogologundu eingeläutet wurde. Neben zahlreichen Gästen aus Nah und Fern konnten die Organisatoren auch eine Vielzahl an offiziellen Repräsentanten, u. a. den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See, Herrn Martin Alten, als Vertreter des DEHOGA die Herren Hermann Hau und Helmut Scheuring, die Geschäftsführerin des Naturparks, Frau Gudrun Rau und die Ortsbürgermeister der Gemeinden Greimerath, - Herrn Edmund Schmitt, zugleich Beigeordneter der Verbandsgemeinde, Mandern - Herrn Tim Kohley, Paschel - Herrn Maurice Meysenburg und Schillingen - Herrn Markus Franzen, begrüßen, was letztendlich auch die Bedeutung der Hochwälder Kartoffeltage für die hiesige Gastronomie unterstrich.
In seinem Grußwort hob Bürgermeister Martin Alten die Bedeutung der Kartoffel für die Region hervor und lobte den Einfallsreichtum und die Kreativität der Köche in den an den Kartoffeltagen beteiligten Gasthäusern und Restaurants, denn Dank ihrer Kreativität hat die Kartoffel einen enormen Imagewandel vollzogen und sich auf den Speisekarten als wahrer Alleskönner entwickelt, der mittlerweile sowohl in den Vorspeisen, als auch in den Hauptgerichten und in den Nachspeisen seinen festen Platz gefunden hat und von den Freunden der guten Küche sehr geschätzt wird.
Sowohl Bürgermeister Alten als auch der Ortsverbandsvorsitzende des DEHOGA, Hermann Hau, lobten die Idee der interkommunalen Zusammenarbeit bei den Hochwälder Kartoffeltagen, denn zwischenzeitlich beteiligen sich Gastronomen aus sechs Kommunen in Rheinland-Pfalz und im nördlichen Saarland an dieser kulinarischen Veranstaltungsreihe. Beide dankten in erster Linie aber auch dem Initiator der Kartoffeltage, Herrn Dittmar Lauer, der Mitte der neunziger Jahre, in Personalunion Vorsitzender des örtlichen Heimat- und Kulturvereins und des Kreisheimatvereins, die Weichen für diese Erfolgsgeschichte stellte, indem er aus dem Bauernschmaus, den er viele Jahre in Kell am See organisierte, die Hochwälder Kartoffeltage ins Leben rief. In Anbetracht der Tatsache, dass in unserer heutigen Zeit das Regionalbewusstsein und insbesondere die regionalen Produkte einen stetig wachsenden Stellenwert in der Gesellschaft bekommen, war die vor fast 20 Jahren getroffene Entscheidung sehr weitsichtig und richtungsweisend für die heutige Regionalentwicklung.
Der Initiator der Kartoffeltage, Dittmar Lauer, ging in einem kurzen Resumee u. a. auf die Geschichte der Kartoffel im Hochwaldraum ein und wiederlegte das oft zitierte Vorurteil, Friedrich der Große (1712-1786) habe die Kartoffel in die Region gebracht. Er habe sich zwar sehr für die Akzeptanz der Kartoffel in seinem Reich eingesetzt, so Dittmar Lauer in seinen Ausführungen, doch bereits um das Jahr 1685 - lange vor der Geburt des Alten Fritz - wurde die Kartoffel in der Freien Reichsherrschaft Dagstuhl angepflanzt und verzehrt. Auch unterstrich Lauer den Stellenwert der Kartoffeltage in der heutigen Gastronomie und als regionales Aushängeschild, welches die Organisatoren und Gastronomen mit ständig neuen Ideen und Initiativen auch nach zwanzig Jahren attraktiv und zukunftsfähig gestalten können.
Das Trommelquartett Ogologundu dokumentierte die Vielfalt der Kartoffel eindrucksvoll mit einem eigens zu afrikanischen Trommelklängen getexteten Lied auf die Kartoffel und sorgte mit seinen Darbietungen für einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Herbstnachmittag.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Herbstzeit - Kartoffelzeit