Naturkundliche Exkursion besuchte Beweidungsprojekt Greimerath

Verbandsgemeinde Kell am See , den 11.07.2014

Naturkundliche Exkursion besuchte Beweidungsprojekt Greimerath, Nassstandorte "Im Grammert" in Kell am See und Umsetzung BAT-Konzept im Staatswald Klink

Nunmehr schon zum 9. Mal fand auf Einladung von Bürgermeister Werner Angsten eine naturkundliche Exkursion zu verschiedenen Schwerpunktthemen in der Verbandsgemeinde statt. Eine insgesamt 28-köpfige Teilnehmerzahl ließ sich zunächst vor Ort über das Beweidungsprojekt in Greimerath informieren. Ortsbürgermeister Edmund Schmitt konnte die Teilnehmer begrüßen und freute sich, dass dieses Beweidungsprojekt in Verbindung mit Fremdenverkehrsaktivitäten sich heute gut darstelle. Zu den Exkursionsteilnehmer gehörten die zuständigen Forstbeamten aus Zerf und Kell am See ebenso wie der Forstamtsleiter Helmut Lieser. Vom Land Rheinland-Pfalz war Ltd. Ministerialrat Gundolf Schrenk (Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft) Teilnehmer. Ralf Taubert, FAR a. D., Greimerath, informierte zusammen mit Bürgermeister Angsten über die Entwicklungen des Naturschutzgebietes "Panzbruch". bis zum heutigen Beweidungsprojekt. In diesem Zusammenhang informierte auch Burkhard Franzen über seine Aktivitäten. Inzwischen hätten sowohl die Rinder als auch die Pferde Nachwuchs bekommen. Den Tieren gehe es sehr gut. Taubert informierte über die verschiedenen Orchideenarten ebenso wie zahlreiche Moorarten sowie auch Vogelarten. Das Gebiet ist seit 1982 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Am 23. August 2013 seien die Tiere vor Ort angekommen. Die Traumschleife führe unmittelbar an dem Beweidungsprojekt vorbei; die Aussichtskanzel werde von den Gästen gut angenommen. Naturschutz durch Nutzung, das sei das Gebot der Stunde.
Die Exkursionsteilnehmer waren beeindruckt von dem im gesamten Hunsrück und Hochwald einmaligen Projekt.
Die Exkursion führte weiter zum Feuchtgebiet Grammert, in einen der kleinen noch vorhandenen Moorbirken-Nasswald. Es wurde deutlich, dass große Teile des Gebietes in vergangenen Jahrzehnten trocken gelegt und mit Fichten aufgeforstet wurden. Zur Erhaltung und Wiederherstellung der Moorbirkenwälder sind dringen Maßnahmen zur Wiedervernässung erforderlich. Der Grammert wurde im Rahmen des Naturschutz-Großprojektes "Ruwer und Nebenbäche" als Teil des Naturschutzgebietes " Keller Mulde mit Leh- und Rothbachtal, mit Laberg und Grammert" ausgewiesen und gehört auch zum FFH-Gebiet Ruwer und Seitentäler. Hier sind durch die Orts- und Verbandsgemeinde bereits große Flächen für Naturschutzzwecke angekauft worden, die nun im Zuge der Flurbereinigungsverfahren in ökologisch wertvollen Teilbereichen zusammengelegt werden sollen. Hierdurch können in enger Abstimmung mit der Forstverwaltung sinnvolle Maßnahmen zur Erhaltung und Wiederherstellung der wertvollen Moorbirkenwälder erfolgen. Aktuell wird ein Managementplan für das FFH-Gebiet erstellt. Im Grammert sollen die dort enthaltenen Maßnahmen auf den Flächen im öffentlichen Eigentum durchgeführt werden. Hierzu kann auch die "Aktion Blau" der Landesregierung einen wesentlichen Beitrag leisten.
Hier bestehe ein großes Potenzial für naturräumliche Nutzung. Ziel sei es schließlich, das Ruwerprogramm entsprechend der Zielsetzung umzusetzen. Frau Dr. Annette Schäfer und ebenso Frau Annette Haas von der Kreisverwaltung, Untere Landesnaturschutzbehörde konnten nähere Informationen abgeben. Die Holznutzung soll dann zur Finanzierung weiterer Naturschutzprojekte verwandt werden. Ziel sei schließlich, so die Fachleute, die Renaturierung als Hangmoor. Es handele sich um ein Gebiet mit einer Größe von 30 bis 40 ha.
Schließlich besichtigten die Teilnehmer der Exkursion das BAT-Konzept im Staatswald Klink. Forstdirektor Lieser ebenso wie Revierförster Reinert konnten hier wertvolle Informationen abgeben. Das Konzept beinhaltet den Umgang mit Biotopbäumen, Altbäumen und Totholz. Hier wolle man anregen, dass die Gemeinden als Waldeigentümer auch einen Naturschutzbeitrag leisten. Die Gesprächsteilnehmer unterstrichen, dass in den letzten Jahren doch zu Recht zunehmend der Naturschutz in der Waldbewirtschaftung eine starke Rolle eingenommen hat. Das Bewirtschaften der Wälder sei im Hinblick auf die Ertragssituation sicherlich notwendig; dennoch dürfe man die Gedanken des Arten- und Naturschutzes in diesem Zusammenhang nicht außer Acht lassen.
Zum Abschluss trafen sich die Teilnehmer in der Pascalshütte in Kell am See zum Abschlussgespräch.
Dabei bedankten sie sich bei Bürgermeister Werner Angsten, der seit Jahren diese Exkursion zu den verschiedensten naturräumlichen Standorten in der Verbandsgemeinde durchgeführt hat. Nicht nur das gegenseitige Kennenlernen von den Vertretern der einzelnen Verbände und Behörden sei wichtig, sondern auch hervorragende naturräumliche Potenziale, die in vielen Gemeinden der Verbandsgemeinde vorhanden sind. Die gesamte Landschaft mit ihrer hervorragenden Natur müsse geschützt und gepflegt werden, so die Gesprächsteilnehmer abschließend.
Für die Gesprächsteilnehmer sprach Ltd. Forstdirektor Bernd Mühlhaus dem scheidenden Bürgermeister Dank und Anerkennung aus; diese Exkursionsrunde müsse dringend auch in den nächsten Jahren beibehalten werden, so Mühlhaus.