Grußwort zur Verabschiedung des Bürgermeisters

Verbandsgemeinde Kell am See , den 01.09.2014

"Jede Zeit hat ihre Aufgabe
und durch die Lösung derselben
rückt die Menschheit weiter."
(Heinrich Heine, 1797 - 1856)

Liebe Mitbürgerin,
lieber Mitbürger,
dies ist das letzte Mal, dass ich mich an dieser Stelle in offizieller Funktion an Sie wende. Wie Sie sicher wissen, scheide ich mit Ablauf des 31. August 2014 nach Ablauf meiner Amtszeit von 26 Jahren aus dem Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Kell am See aus. Nach einer über 50-jährigen Tätigkeit im öffentlichen Dienst und nach Vollendung des 65. Lebensjahres ist der Zeitpunkt gekommen, dass es auch noch andere interessante Dinge im Leben gibt, die einen erfüllen und Freude bereiten.

Sie können sich sicher vorstellen, dass der Wechsel vom aktiven Dienst in den Ruhestand bei mir durchaus zwiespältige Empfindungen hervorruft. Auf der einen Seite freue ich mich auf den neuen Lebensabschnitt, auf das, was kommt. Andererseits kann ich natürlich 26 Jahre Bürgermeistertätigkeit in Kell am See nicht so ohne weiteres hinter mir lassen. So viele Eindrücke, Erinnerungen und Erfahrungen sind in dieser Zeit untrennbar verbunden. Hier fällt mir das Lied von der Sängerin Trude Herr (1927 - 1991) ein: "Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier". Ich habe die reizvolle Aufgabe des Bürgermeisters in der Verbandsgemeinde Kell am See im Hochwald sehr gerne wahrgenommen. Natürlich gab es im Laufe der vielen Jahre neben überwiegend positiven Ereignissen und Erfahrungen durchaus die eine oder andere knifflige Frage und auch schwierige Situation. Aber das gehört dazu; das weiß jeder, der ein solches öffentliches Amt bekleidet.

Unter dem Strich überwiegen bei mir aber die positiven Erinnerungen. Von daher scheide ich mit einem Gefühl der Zufriedenheit, Genugtuung sowie tiefer Dankbarkeit aus dem Amt. Was mir den Abschied als Bürgermeister erleichtert, ist die Tatsache, dass ich ein - für meine Begriffe - geordnetes Gemeinwesen, d.h. die Verbandsgemeinde mit ihren 13 Ortsgemeinden zurücklasse. Ich bedanke mich bei den vielen Menschen, denen ich im Laufe meiner Tätigkeit persönlich begegnet bin, von denen ich gute Ratschläge und Hilfe bekommen habe, denen ich aber auch konstruktive Kritik verdanke. Mein Dank gilt den Mitgliedern des Verbandsgemeinderates, der Ausschüsse und Beiräte, den Ortsbürgermeistern und Gemeinderäten für ihre Unterstützung und das freundschaftliche Miteinander. Ein besonderes Dankeschön sage ich auch den Vereinen, Verbänden und besonders unseren Hilfsorganisationen wie den Freiwilligen Feuerwehren und dem Deutschen Roten Kreuz, unseren Kirchen sowie den sozialen Institutionen in unserem Raum. Sie alle engagieren sich in vorbildlicher Weise und sorgen dafür, dass das Leben in unseren Ortsgemeinden lebens- und liebenswert ist. Dankbarkeit empfinde ich auch gegenüber unseren Handwerks-, Dienstleistungs- und Wirtschaftsunternehmen, die für ein wirtschaftliches gutes Klima sorgen und vielen Menschen Ausbildung und Arbeit bieten. Oftmals wurde meinen Bitten entsprochen und jungen Menschen zu Ausbildungsplätzen, aber auch Menschen in schwierigen Situationen zu einem Arbeitsplatz verholfen.

Ich bin überzeugt, dass unsere Verbandsgemeinde Kell am See zu einer Einheit und wirklichen Gemeinschaft geworden ist. Sie hat eine eigene regionale Identität. Dies wird darin deutlich, dass wir gemeinsam die der Verbandsgemeinde obliegenden Aufgaben angepackt und weitgehend gelöst haben. Hier denke ich an die Fragen der Wasser- und Abwasserbeseitigung, die Erhaltung unserer Landschaft und unserer wertvollen Natur, an unsere geordnete Fremdenverkehrswirtschaft mit erfolgreich arbeitender Organisation, unser Bildungssystem; damit meine ich vom Kindergarten bis zu der Realschule plus Kell am See/Zerf. Denken wir auch an den Ruwer-Hochwald-Radweg oder auch an den Saar-Hunsrück-Steig.

Was für unsere Verbandsgemeinde selbst gilt, das gilt auch für unsere 13 Ortsgemeinden; sie haben alle in den letzten Jahrzehnten durch die Dorfentwicklungs- und Dorferneuerungsmaßnahmen eine ausgesprochen positive Entwicklung genommen: Sei es die Ausweisung und Erschließung von Wohngebieten, der Ausbau von Straßen, Wegen, Plätzen aber auch die Schaffung von Jugend- und Bürgerhäusern und Freizeiteinrichtungen sowie die kulturellen Events in vielen Ortsgemeinden unserer Verbandsgemeinde; sie sind dafür anschauliche Beispiele. Dass unser Seniorenzentrum mit unserem Betreuten Wohnen Dank unserer guten Kontakte nach Mainz zum DRK inzwischen mehr als 5 Jahre erfolgreich mit fast 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern arbeitet, ist sicherlich eine Leistung, auf die wir alle stolz sind.
Unser Ziel war es immer, alle unsere Dörfer, ob klein oder groß, gleich am Fortschritt teilhaben zu lassen.

Ich bin froh und glücklich, dass ich, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltung an dieser Entwicklung mitarbeiten durfte.

Meine Dankesworte wären nicht vollständig, wenn ich nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verbandsgemeindeverwaltung in besonderer Weise herausstellen würde. Sie haben mir die Arbeit leicht gemacht und mit dafür gesorgt, dass sich die Verwaltung als bürgerfreundliches Dienstleistungsunternehmen versteht. Ohne ihre Unterstützung und ohne ihr Engagement wäre die Weiterentwicklung der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinden nicht möglich gewesen.

Ich wünsche der Verbandsgemeinde Kell am See und den Ortsgemeinden eine gute, erfolgreiche und friedvolle Zukunft. Ich bitte Sie, meinem Nachfolger Herrn Martin Alten das gleiche Vertrauen zu schenken; ich wünsche ihm eine glückliche Hand und erfolgreiches Wirken.

Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger wünsche ich Gesundheit und persönliches Wohlergehen. Oftmals konnten wir uns gemeinsam bei Jubiläen und Veranstaltungen freuen; bei traurigen Ereignissen versuchten wir, Halt und Kraft zu geben.

Da ich ja weiterhin in der Verbandsgemeinde Kell am See wohne, werden wir uns sicher nicht aus den Augen verlieren.

Ich verabschiede mich von Ihnen als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See mit allen guten Wünschen und
herzlichen Grüßen
Ihr

Werner Angsten

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Grußwort zur Verabschiedung des Bürgermeisters