Bericht zur Verbandsgemeindetierschau

Verbandsgemeinde Kell am See , den 14.09.2017

Miss Hochwald eine Hochwälderin


Am 28. August, dem Kirmesmontag in Kell am See, fand bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen die 57. Verbandsgemeindetierschau statt. Tausende Menschen machten sich auf den Weg, um diese Attraktion im Hochwald live mitzuerleben. Unter den Gästen konnte Bürgermeister Martin Alten die rheinland-pfälzische Milchkönigin Carina Hirschen, als Parlamentarier den scheidenden Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster sowie die Landtagsabgeordneten Bernhard Henter, Arnold Schmitt und Lothar Rommelfanger, Landrat Günter Schartz und als Vertreter der Landwirtschaftskammer und des Bauern- und Winzerverbandes den Vizepräsidenten Manfred Zelder besonders begrüßen.


Die Verbandsgemeindetierschau bot wiederum eine hervorragende Auswahl an Rindern und Pferden, die den aktuellen Stand moderner landwirtschaftlicher Zuchtauswahl eindrucksvoll präsentierte.


Aus verschiedenen Regionen der beiden Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich brachten 14 Beschicker 35 Fleisch- und Milchrinder verschiedener Rassen.


Eindrucksvolle Milchkühe der Rassen Holstein und Fleckvieh


Im diesjährigen Richtwettbewerb gab es vier Klassen mit jungen Kühen (mit einer und zwei Abkalbungen) der Rasse Holstein der Farbrichtung rotbunt & schwarzbunt und drei Klassen mit älteren Kühen (mit drei und mehr Abkalbungen). Preisrichter der Holsteinkühe war in diesem Jahr kein geringerer als Peter Meutes aus Rommersheim, der selbst einen großen Milchviehbetrieb bewirtschaftet. In den beiden Färsenklassen siegten die typstarke ZS Garzina von Aftershock im Besitz von Stefan und Matthias Zens aus Musweiler und die fehlerfreie Birke von Yorick im Besitz von Norbert Zehren aus Kirf-Beuren. Die 1b-Plätze in diesen beiden Klassen konnten sich die Doorman-Tochter EsH Prize von Stefan Engel aus Hetzerath und die Epochal-Tochter River von der Willems & Wollscheid GbR aus Lampaden sichern.

 

In der Kategorie der jungen Kühe gab es auch zwei Klassen mit Zweitkalbskühen in welchen die Shotglass-Tochter Baileys vom Betrieb Hemmes aus Damflos und die Ladd P-Tochter Chalet vom Betrieb Willems & Wollscheid aus Lampaden siegten. Die beiden 1b-Plätze dieser Klassen sicherten sich die euterstarke Katja von Dertour und NEC Leidergeil von Winbrook, die beide vom Kapellenhof Krämer aus Manderscheid stammen. Den Titel Sieger jung sicherte sich schließlich Baileys von der Hemmes GbR aus Damflos. Die älteren Schaukühe wurden in drei weiteren Klassen präsentiert. Es gab zwei Klassen mit Drittkalbskühen, in welchen die Goldboy-Tochter EsH Esperanza von Stefan Engel aus Hetzerath und die Super-Tochter Beere von Norbert Zehren aus Kirf-Beuren, die beiden sehr feste Euter aufweisen konnten, siegten. Die beiden 1b-Plätze erreichten die milchtypische ZS Mystery (von Bradnick) von Stefan & Matthias Zens aus Musweiler und die sehr kapitale Sea-Tochter von Frank Tapprich aus Vierherrenborn. In der Klasse der ältesten Kühe entschied sich Meutes für HHH Emeli (von H-Tom) von der Hemmes GbR aus Damflos mit ihren sieben Kälbern als 1b-Platzierte hinter der Viertkalbskuh Lilli (von Schaffner) von Thomas & Vera Steinmetz aus Malborn-Thiergarten, die mit ihrem etwas höher aufgehängten Euter diese Klasse für sich entscheiden konnte. Den Titel Sieger alt unter diesen drei Klassen erhielt schließlich EsH Esperanza (von Goldboy) von Stefan Engel aus Hetzerath.


Werner Hauck aus Franken, der bereits seit fünfzehn Jahren als Preisrichter für die Rasse Fleckvieh anlässlich der Keller Tierschau fungiert, war auch in diesem Jahr wieder ein gern gesehener Gast. Er entschied sich in der Klasse der jungen Kühe mit ein und zwei Kälbern für die Hutera-Tochter Bea vom Betrieb Willems & Wollscheid aus Lampaden. Den zweiten Platz erzielte eine Passion-Tochter von Dieter Rauen aus Rommelfangen. Bei den älteren Kühen mit drei und mehr Abkalbungen sicherte sich Ramallah von Gepard vor Uscita von Imposium, beide von Willems & Wollscheid aus Lampaden, den ersten Platz. Ramallah erhielt den Reservesieg der Rasse Fleckvieh und Bea von Hutera wurde die Gesamtsiegerin der Rasse.


Große Kollektion an Mutterkühen verschiedener Rassen


In diesem Jahr durften die Zuschauer in Kell am See gleich elf Tiere drei verschiedener Fleischrinderrassen bestaunen. Michael Hausen aus Hentern brachte zwei Kühe der Rasse Limousin mit jeweils einem Kalb bei Fuß sowie den sechsjährigen Deckbullen Bernstein mit. Die beiden Mutterkühe waren Unesca, eine Tochter der sehr bekannten und erfolgreichen Schaukuh Utopa mit ihrem dritten Kalb und die etwas ältere Usira mit ihrem siebten Kalb. Die aus Frankreich stammende Rasse Limousin ist von der Farbgebung hell- bis dunkelrot, weist einen leichten Geburtsverlauf auf und bringt eine hohe Ausschlachtung für die Fleischerzeugung mit. Bernd Thielen aus Waldweiler zeigte seine beiden vier Jahre alten Charolais-Mutterkühe Verene und (BRA) Cleve. Die Rasse Charolais, die ebenfalls ursprünglich aus dem benachbarten Frankreich stammt, bringt gute Muttereigenschaften sowie eine ausgeprägte Bemuskelung und ein ruhiges Temperament mit.

 

Als dritte Fleischrinderrasse wurden von Markus Linn aus Hermeskeil zwei Glanrind-Kühe mit ihren Kälbern präsentiert. Die zwölfjährige Anie mit ihrem neunten Kalb und die vier Jahre jüngere Annabell mit ihrem fünften Kalb zeigten sich als typische Vertreter der Rasse Glanrind. Diese einheimische Rinderrasse ist vom Aussterben bedroht und deshalb ist es sehr wichtig diese zu erhalten. Glanrinder wurden früher als Dreinutzungsrsasse bezeichnet, weil sie eine gute Milch- und Fleischleistung mit sich brachten und zusätzlich auch für Zugarbeiten auf dem Feld genutzt wurden.


100.000 kg Milchkuh, Miss Publikum und Miss Hochwald


Auch in diesem Jahr durfte das Publikum wieder seinen „Liebling“ unter allen teilnehmenden Schautieren wählen. Dieser Titel der „Miss Publikum“ ging an die rotbunte Ladd P-Tochter Chalet, die in ihrer Klasse bereits einen 1a Platz errungen hatte, vom Betrieb Willems & Wollscheid aus Lampaden. Darauf folgte in diesem Jahr nicht nur die spannende Wahl der Miss Hochwald, sondern als weiteres Highlight wurde Ellen präsentiert. Ellen ist eine Enrico-Tochter der Rasse Fleckvieh aus dem Betrieb Rauen in Rommelfangen. Das Besondere an dieser Kuh ist, dass sie mit ihrem stolzen Alter von zwölf Jahren eine Lebensleistung von über 100.000 kg Milch erreicht hat und sich dazu noch wie eine junge Kuh präsentiert. Sie ist damit die erste Kuh der Rasse Fleckvieh in Rheinland-Pfalz, die diese Hürde geschafft hat. Letztlich stand der mitunter spannendste Teil der Prämierung an: die Wahl der Miss Hochwald. Hierfür betraten Baileys (Sieger jung der Holsteins), EsH Epseranza (Sieger alt der Holsteins) und Bea (Sieger der Fleckviehkühe) erneut den Ring. Unter den kritischen Blicken der beiden Preisrichter Meutes und Hauck und unter den gespannten Augen der Zuschauer wurden die drei Tiere nochmal genauestens begutachtet. Nach reiflicher Überlegung konnte sich Baileys (von Shotglass) aus dem Betrieb Hemmes, Damflos, aufgrund kleinster Vorzüge gegenüber EsH Esperanza den Titel „Miss Hochwald 2017“ sichern.


Auch das Publikum gab sein Urteil ab und kürte die rotbunte Holstein-Kuh Kuh „Chalet“ aus dem Bestand der Willems und Wollscheid GbR aus Lampaden zur „Miss Publikum“.


Herausragende Stuten bei der Pferdeschau


Insgesamt 29 Pferde verschiedener Rassen präsentierten insgesamt 15 Pferdehalter dem Preisgericht, das von Cornelia Götsch aus Albig sowie Bernd Eisenmenger aus Bubenheim gebildet wurde.


Erster Höhepunkt im Pferdering war die Präsentation der Haflingerpferde. Insbesondere Edgar Mai aus Schillingen stellt hier seit Jahren hervorragende Tiere aus, die den züchterischen Zielen der Haflingerzucht bestens entsprechen. Siegerstute bei den Haflingern wurde die zweijährige „Helina“ aus der Verbandsprämienstute „Helinda“ von Blickfang. Diese noch sehr junge Stute wusste bereits bestens zu überzeugen. Helina war zusammen mit ihrer Mutter Helinda und Hera Bestandteil der von Edgar Mai präsentierten Haflinger Stutenfamilie, die eindrucksvoll den züchterischen Erfolg des in Schillingen beheimateten Züchters dokumentierte.


Mathias Schuh aus Schillingen präsentierte die inzwischen 26-jährige Verbandsprämienstute Zilla, die seit vielen Jahren bei der VG-Tierschau bekannt ist und bewies damit, dass eine Stute auch in diesem hohen Pferdealter noch sehr vital und attraktiv sein kann.


Edgar Mai aus Schillingen präsentierte auch bei der Rasse arabisches Partbred hervorragende Reitpferde und bewies auch bei dieser Rasse sein züchterisches Talent. Es siegte die achtjährige Stute Aruen bint Kamila aus Kis Blaz of Shabanu von Raven ox. Die ebenfalls von Mai präsentierten drei Töchter der Stute Kis blaz of Shabanu dokumentierten den züchterischen Stand dieser im Hochwaldraum noch recht jungen Pferderasse.
Höhepunkt der Pferdeschau ist alljährlich die Schau der Warmblutpferde, die in drei Klassen gerichtet wurden. Die Klasse der fünf- und sechsjährigen Stuten entschied die Staatsprämienstute Ma belle Cherie aus der Verbandsprämienstute Winzerin von Monte Bellino aus dem Gestüt von Alfred Kohn aus Vierherrenborn für sich. Diese Stute hat sich auch bereits bei mehreren Verbandsstutenschauen als Siegerstute hervorgetan und bewies einmal mehr den hohen Stand der Warmblutzucht im Kreis Moselland Luxemburg. Die Klasse der sieben- und achtjährigen Stuten entschied Lucy aus Kelly IV von Lordanos vom Gestüt Fronhof in Kell am See für sich. In der Klasse der ältesten Stuten siegte die Staatsprämienstute Fiere de la Vie aus der Staatsprämienstute La Vie en Rose von Florentianer, der Besitzerin Nicole Bustert aus Zerf.


Ma belle Cherie aus dem Besitz von Alfred Kohn entschied schließlich auch die Wahl der Gesamtsiegerstute der diesjährigen Verbandsgemeindetierschau für sich.


Die Stute Hollywood Golden Risk aus dem Besitz von Christine Klitzing aus Kell am See gefiel dem Publikum am besten. Sie errang zum zweiten Mal nach 2016 den Titel „Miss Publikum“ bei den Pferden.


Früh übt sich, wer später einmal fachgerecht Pferde präsentieren möchte. Das bewiesen die Schwestern Lena und Anna Marx vom Gestüt Fronhof aus Kell am See, die mit ihren kleinen Shetland-Ponys Tigerlilly und Wuschel Puschel das Publikum begeisterten.


Die Präsentation weitere Reitpferderassen und Reitponys rundeten die gelungene Pferdeschau ab.


Christina Tröndlin aus Trier zeigte 4 ihrer eindrucksvollen Großesel, die in Kimmlerhof, Schömerich auf der Weide gehen. Auch zwei Toggenburger Ziegen aus ihrem Bestand waren auf dem Freigelände der Tierschau zu sehen.


Die Vielfalt der Kaninchen- und Hühnerrassen konnte im Kleintierzelt bestaunt werden. Hier präsentierten die Züchter des Geflügelzuchtvereins Trier und Umgebung sowie des Zuchtvereins Kaninchen RV 54 aus Trierweiler sowie weitere Züchter Prachtexemplare ihrer aktuellen Zucht. Diese Kleintiere üben immer wieder eine besondere Faszination auf die zahlreichen Kinder unter den Besuchern aus.


Abschließend bewertete Bürgermeister Martin Alten die diesjährige Verbandsgemeindetierschau als einen vollen Erfolg. Er wünschte allen Züchtern weiterhin Glück und Erfolg bei ihrer Arbeit und verabschiedete die Besucher bis zum nächsten Jahr, wenn es die 58. Auflage der Tierschau geben wird.
Mareike Engel, Landwirtschaftskammer Trier
Verbandsgemeindeverwaltung Kell am See