VGV_neu.jpg Verbandsgemeinde Kell am See

 

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Caritas Pfarrei Hermeskeil

 

Landkreis Trier-Saarburg

Willkommens-Netz

 


 

8. Infobrief Flüchtlingschancen

in der Verbandsgemeinde Kell am See

 

 

Liebe Aktive in der Flüchtlingshilfe,

wir wünschen Euch und Ihnen ein gesegnetes neues Jahr, viel Kraft und Ausdauer und vor allem viele schöne Stunden bei der sinnvollen und wichtigen Aufgabe Migranten zu helfen, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

 

Hier einige, wie wir finden, wichtige Informationen für Eure/Ihre Arbeit.

Familienzusammenführung

Aktuell:  Bei den Botschaften können wieder Termine für Familienzusammenführung subsidiär Geschützter beantragt werden. Da das Gesetz bisher nicht geändert wurde, geht man davon aus, dass das Verbot ausläuft.

Abschiebegefängnis Ingelheim:

Die Landesregierung verschärft die Sicherheitsmaßnahmen im Abschiebegefängnis Ingelheim. Abschiebehaft kann in Deutschland angeordnet werden, wenn eine ausreispflichtige Person der Ausreise nicht nachkommt. Dieses Gefängnis  ist zurzeit überbelegt. (Stand Nov. 2017)

 

Abschiebungen aus RLP

„In diesem Jahr wurden bis Ende September 2.795 Menschen aus Rheinland-Pfalz zurückgeführt. Davon reisten 1.832 freiwillig aus (1.431 mit einer finanziellen Förderung), in 963 Fällen kam es zu einer Abschiebung. Im Ländervergleich liegt Rheinland-Pfalz damit bei den geförderten freiwilligen Rückführungen im Verhältnis zur Aufnahmequote auf dem dritten Rang, bei den Abschiebungen belegt Rheinland-Pfalz Platz vier hinter Berlin, Nordrhein-Westfallen und Mecklenburg-Vorpommern. Betrachtet man das gesamte Rückführungsgeschehen der geförderten freiwilligen Ausreisen und der Abschiebungen im Verhältnis zur Aufnahmequote, dann liegt Rheinland-Pfalz auf dem 3. Platz hinter Nordrhein-Westfalen und Berlin.“ so die zuständige Ministerin Spiegel in einer Pressemitteilung am 22.11.2017

 

Widerrufsverfahren BAMF

•              Mindestens 148.000 in den Jahren 2015 und 2016 getroffene positive Asylentscheidungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sollen nach Auskunft der Bundesregierung im Rahmen von „vorgezogenen Widerrufsprüfungen“ erneut überprüft werden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion DIE LINKE zum Thema „Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das dritte Quartal 2017 – Schwerpunktfragen zu Widerrufsprüfungen“ hervor. Das Vorhaben betrifft insbesondere Entscheidungen, die in den Jahren 2015 und 2016 ohne persönliche Anhörung im schriftlichen Verfahren (Herkunftsländer Syrien, Irak und Eritrea) getroffenen wurden sowie weitere Entscheidungen über Asylanträge von Schutzsuchenden aus Syrien, Irak, Eritrea und Afghanistan, die im Asylverfahren keine Identitätsdokumente vorlegen konnten. Derzeit - so die Bundesregierung weiter - seien mit den vorgezogenen Prüfungen 80 BAMF-Mitarbeiter/innen beschäftigt, ihre Zahl werde sich weiter erhöhen.   (Link: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fall-franco-a-bamf-will-zehntausende-asylbescheide-pruefen-a-1150110.html)........... Die Gesamtbilanz der Jahre 2010 bis September spricht dagegen: Den in diesem Zeitraum vom BAMF getroffenen 898.868 Schutzentscheidungen (eigene Berechnung aufgrund der regelmäßigen Berichte des BAMF) stehen laut Bundesregierung insgesamt 6.204 Widerrufe der Schutzberechtigung gegenüber. Das entspricht einer „Widerrufs-Quote“ von 0,69 Prozent. …….

Quelle: Flüchtlingsrat RLP Januar 2018

 

Studie zur Kriminalität von Migranten

Am Beispiel Niedersachsen befasst sich die Anfang Januar 2018 veröffentlichte Untersuchung „Zur Entwicklung der Gewalt in Deutschland - Schwerpunkte: Jugendliche und Flüchtlinge als Täter und Opfer“  mit dem möglichen Zusammenhang zwischen dem Anstieg von Gewaltstraftaten seit 2014 und der Flüchtlingszuwanderung im gleichen Zeitraum. Die Studie wurde - gefördert vom Bundesministerium  für  Familie, Senioren,  Frauen  und  Jugend - vom Institut für Delinquenz und Kriminalprävention  der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften herausgegeben und erarbeitet von Prof. Dr. Christian Pfeiffer, Prof. Dr. Dirk Baier und Dr. Sören Kliem. Ein zentraler Befund: Die Zahl der polizeilich registrierten Gewalttaten mit tatverdächtigen Flüchtlingen (Personen mit Aufenthaltsstatus Asylberechtigt/Schutzberechtigt, Asylbewerber/innen, Duldungsinhaber/innen,  Kontingent/Bürgerkriegsflüchtlinge und unerlaubter Aufenthalt) hat sich in Niedersachsen zwischen 2014 und 2016 um 241 Prozent erhöht. Zu knapp der Hälfte kann dieser Anstieg damit erklärt werden, dass sich die Zahl der in Niedersachsen registrierten Flüchtlinge zwischen 2014 und  2016 mehr als  verdoppelt hat (Zunahme um 117 Prozent) hat. Als weitere Erklärungsansätze arbeitet die Studie heraus

 a)          den sehr hohen Anteil männlicher 14- bis unter 30-jähriger unter den Flüchtlingen: Diese Personengruppe tritt insbesondere bei Gewalt- und Sexualdelikten unabhängig von Herkunft und Staatsangehörigkeit überdurchschnittlich häufig in Erscheinung;

b)           aufenthaltsrechtliche Perspektivlosigkeit: Während Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan (Personen mit [relativ] hoher Bleibeperspektive) im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Flüchtlinge unterdurchschnittlich häufig als Tatverdächtige registriert werden, treten Flüchtlinge z.B. aus Algerien, Tunesien, Marokko (Personen mit schlechter Bleibeperspektive) überdurchschnittlich häufig als Tatverdächtige in Erscheinung;

c)            eine vergleichsweise große Akzeptanz gewaltlegitimierender Männlichkeitsnormen unter Flüchtlingen aus von männlicher Dominanz geprägten (muslimischen) Ländern. Repräsentativbefragungen des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) haben - so die Studienautoren - gezeigt, dass „junge männliche Zuwanderer aus solchen Kulturen sogenannte gewaltlegitimierende Männlichkeitsnormen in weit höherem Maß verinnerlicht haben als gleichaltrige Deutsche oder in Deutschland geborene Jugendliche, die aus diesen Ländern stammen“;

d)           das „Fehlen der Frauen“: Die Studienautoren weisen darauf hin, dass die große Mehrheit der jungen, männlichen Flüchtlinge ohne Partnerinnen, Mütter, Schwestern oder andere weibliche Bezugspersonen in Deutschland lebt. Dadurch - so die Einschätzung der Verfasser - „kommt die gewaltpräventive, zivilisierende Wirkung, die von Frauen ausgeht, nur sehr begrenzt zum Tragen. Unter den Flüchtlingen können sich so eher Gruppierungen von jungen Männern entwickeln, die eine gewaltorientierte Eigendynamik entfalten“;

e)           eine stark erhöhte Anzeigebereitschaft gegenüber Flüchtlingen: Die Autoren weisen auf Forschungsergebnisse des KFN hin, nach denen die Anzeigebereitschaft der Opfer von Gewalttaten etwa doppelt so hoch ausfällt, wenn Opfer und Täter/in sich vor der Tat noch nie begegnet sind oder  wenn sie verschiedenen ethnischen Gruppen angehören.

 Ein weiterer wichtiger Befund ist die Tatsache, dass schwere Gewaltdelikte, zu denen Flüchtlinge als Tatverdächtige ermittelt  wurden, sich in der übergroßen Mehrheit unter Flüchtlingen oder zwischen Flüchtlingen und sonstigen Nichtdeutschen „abspielen“. ……….

Aus diesen Befunden leiten die Autoren der Studie präventionsorientierte Handlungsempfehlungen ab. U.a. zeigen sie die im Zusammenhang mit der Thematik „kriminologische Begründung“ der Forderung nach Familienzusammenführung auf;

a)           weisen sie insbesondere im Hinblick auf Minderjährige und Heranwachsende auf die positiven Präventionseffekte einer gut organisierten Tagesstruktur durch Sprachkurse, Sport  und Freizeitaktivitäten bis hin zu Praktika und berufsnahen Kursen hin;

b)           plädieren sie für „ein breit angelegtes Programm für die freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen“, dessen Attraktivität dadurch erhöht werden soll, dass auch den Flüchtlingen ohne Bleibeperspektiven der Zugang zu Sprachkursen und Praktikumserfahrungen ermöglicht wird: „Wer beispielsweise Grundkenntnisse der deutschen Sprache erlernt hat, dem eröffnen sich in seinem Heimatland oft Perspektiven in der Touristikbranche. Wer in Deutschland praktische Fähigkeiten in bestimmten Arbeitsbereichen erwerben konnte, wird diese zu Hause beim Wiederaufbau seines Landes oder bei der Arbeitssuche einsetzen können“;

c)            regen sie ein Einwanderungsgesetz an, „das nicht nur dem Fachkräftemangel abhilft, sondern nach dem Vorbild Kanadas auch  für Flüchtlinge klare Vorgaben dafür enthält, unter welchen Bedingungen sie eingebürgert werden könnten. Das schafft für sie einen starken Anreiz, sich engagiert um die Erfüllung der Einwanderungsvoraussetzungen zu bemühen. Auch dadurch entstehen Präventionseffekte“ (Link zur Kurzfassung der Studie: https://www.zhaw.ch/storage/shared/sozialearbeit/News/zusammenfassung-gutachten-entwicklung-gewalt-deutschland.pdf | Link zur Studie im Volltext: https://www.zhaw.ch/storage/shared/sozialearbeit/News/gutachten-entwicklung-gewalt-deutschland.pdf)

Quelle: Flüchtlingsrat RLP Januar 2018

 

Ibo – ein „senegalesischer Saarländer“ zu Gast in der Grundschule in Schillingen

Am letzten Schultag vor Weihnachten gab es in der Grundschule in Schillingen ein ganz besonderes Programm für die Schülerinnen und Schüler. Der Künstler Ibrahima Ndiaye – genannt Ibo, gebürtig im Senegal, seit fast 30 Jahren in seiner Wahlheimat – dem Saarland - lebend, war zu Gast

Der studierte Germanist ist beruflich als Autor, Schauspieler, Musiker, Tänzer  und  - in Schulen - als Geschichtenerzähler unterwegs. Er erhielt schon mehrere Preise in Deutschland, Frankreich und im Senegal.

Mit seinem Programm möchte er interkulturelles Lernen, Toleranz, die Freude am Unbekannten, die Freude an der Sprache, Musik & Tanz wecken und etwaige Berührungsängste abbauen.

Und so lernten die Kinder im Nu von ihm ein afrikanisches Willkommenslied, erfuhren, dass deutsche und afrikanische Märchen viele Gemeinsamkeiten haben, ließen sich vom Leben in einer senegalesischen Großfamilie erzählen und hörten, wie es dort in der Schule aussieht. Auch die Weisheiten seiner afrikanischen Großmutter ließ Ibo immer wieder humorvoll einfließen. Er erzählte mit Tanz, Trommel und Pantomime von seiner Kindheit im Senegal, bezog die Kinder immer wieder in seine Geschichten mit ein, ließ sie mittanzen und mitsingen…

Kein Wunder, dass der Vormittag wie im Flug vorbei war.

Dieser Vormittag wurde möglich durch Spendengelder, die dem Kidstreff aus Kell am See zur Verfügung standen. Der Kidstreff ist ein Projekt, das im Rahmen der Flüchtlingshilfe entstanden ist. Drei ehrenamtlich Engagierte (Frau Fonts Salas, Frau Baulig-Harth und Herr Lichtenknecker) haben  einen wöchentlichen, ehrenamtlichen und spendenfinanzierten Kidstreff zur Betreuung von Flüchtlingskindern ins Leben gerufen und über einen Zeitraum von 1,5 Jahren regelmäßig durchgeführt. Aufgrund der mittlerweile eingetretenen deutlichen Entspannung in der Flüchtlingssituation war der Bedarf für diesen Treff aber nicht mehr gegeben. Das noch zur Verfügung stehende Spendengeld sollte aber sinnvoll, transparent und im Sinne der ursprünglichen Spendenidee verwendet werden. Deshalb haben die Ehrenamtlichen zusammen mit Elisabeth Scherer (Pastoralreferentin im Dekanat Hermeskeil-Waldrach) und Andreas Flämig (Ehrenamtsbegleiter Caritasverband Trier) nach einem Projekt gesucht, das Kindern zu Gute kommt und dazu beiträgt, interkulturelle Kompetenzen aufzubauen bzw. zu vertiefen. Das ist am 21.Dezember in der Grundschule in Schillingen geschehen. Die Kinder haben Ibo zum Abschied gefragt, wann er  denn wieder kommt...

Text: Elisabeth Scherer

 

Termine:

24. Februar 2018 „Ein Morgen vor Lamedusa“ szenische Lesung um 18 Uhr im MGH Hermeskeil

28. Februar 2018  Austauschtreffen um 19 Uhr in Kell am See Nebengebäude Verbandsgemeinde (Sitzungsraum)

15.04.2018 Tag des ehrenamtlichen Engagements des Bistums (Heilig-Rock-Tage vom 13. – 22. 04.2018)

19. 04. 2018 Austauschtreffen um 19 Uhr in Zerf im Pfarrheim

 

Elisabeth Scherer Andreas Flämig

Dekanat Hermeskeil-Waldrach

06503/92288913

0160/94836739

Caritasverband Trier

06502/9356332

0160/99497121